Moskau: Jesuiten tot aufgefunden

Freising/Moskau (DT/KNA) Zwei Jesuiten sind am Dienstagabend tot in ihrer Moskauer Wohnung aufgefunden worden. Wegen des Verdachts auf ein Gewaltverbrechen sei umgehend die Kriminalpolizei eingeschaltet worden, teilte das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis am Mittwoch mit. Bei den toten Priestern handele es sich um den Oberen der Jesuiten für die Region Russland, den Kasachen Otto Messmer (47), und den kolumbianischen Theologieprofessor Victor Betancourt-Ruiz (42). Renovabis beruft sich auf den Sprecher der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, Pater Igor Kowalewski. Die beiden Priester hätten nicht auf Telefonanrufe reagiert, weshalb besorgte Mitbrüder die Wohnungstür aufbrechen ließen, sagte Kowalewski. Die Kriminalpolizei habe noch bis zum frühen Mittwochmorgen Spuren gesichert, die noch ausgewertet würden. Dem Sprecher zufolge wird der Vorfall von russischer Seite auf höchster Ebene behandelt. So habe sich die Administration von Präsident Dimitri Medwedjew in den Fall eingeschaltet. Mitarbeiter und Geschäftsführung von Renovabis reagierten mit großer Bestürzung auf den Tod der Patres, die zu den Projektpartnern des Hilfswerks zählten. Messmer stammte aus der kasachischen Republik, wo er 1961 in Karaganda geboren wurde. 1982 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, die nur „im Untergrund“ wirken konnte. Nach Abschluss seiner Studien weihte ihn Kardinal Julian Vaivods 1988 in Riga zum Priester. Später leitete er als Rektor das Vorseminar in Nowosibirsk und kümmerte sich dort um die Ausbildung der Priesteramtskandidaten. Betancourt-Ruiz stammte aus Kolumbien. Er lehrte als Professor am Moskauer „Institut für Theologie, Philosophie und Geschichte“, das von den Jesuiten getragen wird. Er wirkte erst seit einigen Jahren in Russland.

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