Mehrheit für Betreuungsgeld

Aktuelle Studie sieht Zustimmung von 60 Prozent

Das Betreuungsgeld genießt unter Eltern in Deutschland offenbar einen weitaus besseren Ruf als von vielen Kritiker angenommen. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie des Berliner Soziologen Hans Bertram und der Wirtschaftswissenschaftlerin Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Stiftung Ravensburger Verlag hervor. Für die Studie befragte Infratest jeweils 1 000 Mütter und Väter mit Kindern bis zu sechs Jahren nach Wohlbefinden und Zufriedenheit. Immerhin rund 60 Prozent der befragten Haushalte sprach sich für die Einführung eines Betreuungsgeldes aus. Während sich die CSU und weite Teile der CDU für das Betreuungsgeld aussprechen, ist man bei den Liberalen skeptisch. Sämtliche Oppositionsfraktionen lehnen das Betreuungsgeld ebenfalls ab. Angekündigt und in die familienpolitische Debatte eingebracht hatte den Vorschlag noch die frühere Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Ihre Nachfolgerin Kristina Köhler hat bislang noch nicht Stellung bezogen. In Berlin wird aber erwartet, dass sie sich ebenfalls für die Einführung des Betreuungsgeldes aussprechen wird.

Überdies ergab die im Auftrag der Stiftung Ravensburger Verlag erstellte Studie, dass viele Eltern sich vor allem ein flexibleres Zeitmodell wünschten, das der Elternphase und einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerechter wird. Am zufriedensten zeigten sich Väter mit zwei Kindern, die vollerwerbstätig sind, während bei den Müttern jene mit einem Kind sich etwas zufriedener äußerten als Mütter mit zwei Kindern. Überrascht zeigten sich die Sozialforscher über die wachsende Bedeutung der Großeltern. Die Studie widerspreche dem Bild einer isolierten Kleinfamilie, wie dies Statistiken nahelegten, so Bertram. Stattdessen seien die meisten Familien in soziale Netzwerke eingebunden. Weiter sagten 40 Prozent der Eltern, dass Mütter von Kleinkindern nicht erwerbstätig sein sollten. Bei schulpflichtigen Kindern sprachen sich 60 Prozent der Mütter für Teilzeit- statt Vollzeitarbeit aus. Im Bereich „Zeit“ verlangten praktisch alle Eltern mehr Flexibilität am Arbeitsplatz in familiären Notsituationen sowie flexiblere Arbeitszeiten.

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