Medien: USA warnen Teheran

Washington/Brüssel/Quito (DT/dpa) Die USA haben nach Medienberichten den Iran unmissverständlich davor gewarnt, die für internationale Öltransporte wichtige Seestraße von Hormus zu blockieren. Über „geheime Kommunikationskanäle“ habe die US-Führung die oberste Autorität im Iran, Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei, kontaktiert, wie die „New York Times“ am Freitag berichtete. Mit einer Seeblockade würde die „rote Linie“ überschritten – und das würde eine amerikanische Reaktion provozieren, hieß es darin. Das berichtete das Blatt unter Berufung auf Mitglieder der US-Regierung. Die iranische Führung zeigt sich im internationalen Disput über ihr Atomprogramm gesprächsbereit, verweigert sich in Kernfragen aber weiter Kompromissen. Die Europäische Union wird ein Ölembargo gegen den Iran beschließen, hat den Zeitpunkt des Inkrafttretens jedoch noch nicht festgelegt. Nach Angaben von Diplomaten vom Freitag in Brüssel wollen die Außenminister der 27 EU-Staaten am 23. Januar den Stopp der Öleinfuhren aus dem Iran beschließen. Ebenso soll es schärfere Sanktionen gegen iranische Banken geben. Vor allem die EU-Länder Italien und Griechenland wollen möglichst lange Übergangsfristen, weil bis zu 14 Prozent ihrer Öleinfuhren aus dem Iran kommen. EU-Diplomaten sagten, es gebe bisher noch keinen Konsens über das Datum des Inkrafttretens von Maßnahmen. Allerdings gebe es durchaus Anzeichen dafür, dass man sich möglicherweise auf einen Zeitraum von sechs Monaten zwischen der Entscheidung über das Embargo und dessen Anwendung einigen könnte. Es sei auch möglich, dass diese Frage erst von den Ministern persönlich entschieden werde.

Teheran sprach sich unterdessen für eine Wiederaufnahme der internationalen Atomverhandlungen im Nachbarland Türkei aus. „Unsere türkischen Freunde wollen die kommenden Atomgespräche in Istanbul abhalten und das begrüßen wir“, sagte Parlamentspräsident Ali Laridschani während seines Türkei-Besuchs.

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