Machtwechsel auf Zypern

Nikosia (DT/dpa) Machtwechsel im pleitebedrohten Euro-Land Zypern: Der christdemokratische Nikos Anastasiades wird neuer Präsident der finanziell ins Wanken geratenen Mittelmeerinsel. Der 66-Jährige löst den seit 2008 regierenden kommunistischen Präsidenten Dimitris Christofias ab, der bei der Abwendung der Finanzkrise gescheitert war und sich nicht um eine zweite Amtszeit beworben hatte. Nach dem Endergebnis erhielt Anastasiades bei der Stichwahl am Sonntag 57,5 Prozent der Stimmen. Sein Gegenkandidat, der linke Politiker Stavros Malas, kam auf 42,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,7 Prozent. „Das heutige Ergebnis ist ein starkes Mandat. Wir werden alles in die Tat umsetzen, was wir versprochen haben“, sagte Anastasiades am Abend im zyprischen Fernsehen. Sein Ziel sei, die Finanzen der Insel wieder in Ordnung zu bringen, „damit es wieder Wachstum und neue Arbeitsplätze gibt“. ... Wir werden glaubwürdig mit unseren Euro-Partnern sprechen und kooperieren.“ Wichtig sei, dass der Stabilisierungsplan bald stehe. Er sei bereit, „alle nötigen Maßnahmen zu treffen, um Zypern aus der Finanzkrise zu führen“.

Tausende Freunde der konservativen Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY) feierten „die Wende“ auf den Straßen der Hauptstadt Nikosia. Alle wissen, dass ein hartes Sparprogramm bevorsteht. Viele Menschen fürchten, dass sie verarmen und Elend wie in Griechenland auf sie wartet. Zypern braucht nach offiziellen Angaben dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Banken und die Staatsfinanzen zu stabilisieren. Die Eurogruppe will sich am 5. März mit der zyprischen Finanzkrise befassen. Der Chef der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, erklärte am Sonntagabend, er hoffe auf einen baldigen Abschluss der Verhandlungen über mögliche Finanzhilfen. „Die Eurogruppe ist bereit, Zypern bei allen Reformen zu unterstützen, die die Wirtschaft wieder auf den Weg nachhaltigen Wachstums bringen.“ Dafür sei aber „angemessenes Handeln“ Zyperns nötig. Anastasiades soll sein Amt am Freitag antreten. Danach wird er seine Regierung ernennen. Wahlverlierer Malas gratulierte Anastasiades und sicherte ihm Unterstützung bei allen Maßnahmen zu, „die unserem Volk dienen“.

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