Jerusalem

Lateinisches Patriarchat lehnt Trumps Nahost-Plan ab

Ohne eine Übereinkunft beider Seiten könne kein Vorschlag eine seriöse Perspektive zur Lösung des Nahost-Konflikts bieten, so das Lateinische Patriarchat. Der Vorschlag von US-Präsident Trump drohe zu weiterer Gewalt und Blutvergießen zu führen.
Kritik am Nahost-Plan von Trump
Foto: Alex Brandon (AP) | "Dieser Plan wird zu keiner Lösung führen sondern eher zu weiteren Spannungen und womöglich zu noch mehr Gewalt und Blutvergießen", so die These des Lateinischen Patriarchats.

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem lehnt den Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump ab. Ohne eine Übereinkunft beider Seiten könne kein Vorschlag eine seriöse Perspektive zur Lösung des jahrzehntelangen Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern eröffnen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des Patriarchats. Der Vorschlag der US-Regierung erfülle diese Voraussetzung nicht.

Einseitige Initiative, die nur israelische Forderungen berücksichtigt

Lesen Sie auch:

Der US-Friedensplan gewähre den Palästinensern weder Rechte noch Würde und sei vielmehr eine „einseitige Initiative“, da er nahezu alle Forderungen der israelischen Seite und ihrer politischen Agenda erfülle, heißt es weiter. Dabei berücksichtige er nicht „die gerechtfertigten Ansprüche des palästinensischen Volkes für ihr Heimatland, ihre Rechte und ein Leben in Würde“.

Darüber hinaus kommt das Lateinische Patriarchat in seiner Erklärung zu dem Schluss: „Dieser Plan wird zu keiner Lösung führen sondern eher zu weiteren Spannungen und womöglich zu noch mehr Gewalt und Blutvergießen.“ Alle christlichen Kirchen im Heiligen Land rufe man dazu auf, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen und die „Stimme der Stimmlosen“ zu sein.

Trump spricht von präzisen Lösungen

Der unter dem Titel „Peace to prosperity“ vorgelegte 80 Seiten umfassende Plan beinhaltet lautTrump „präzise Lösungen“ für einen dauerhaften Frieden. Konkret hat die US-Regierung eine Landkarte eines möglichen zukünftigen palästinensischen Staates vorgelegt, die als Grundlage für direkte Verhandlungen dienen soll.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Weitere Artikel
Gili Meisler
Israel
Vom Falken zur Taube gewandelt Premium Inhalt
Im Elternkreis Familienforum engagieren sich palästinensische und israelische Hinterbliebene. Sie hoffen auf Einsicht bei den politisch Verantwortlichen auf beiden Seiten.
16.06.2021, 09  Uhr
Johannes Zang
Virus
Corona
Fehler verboten Premium Inhalt
Spekulationen, denen zufolge das SARS-CoV-2-Virus in einem chinesischen Labor in Wuhan erschaffen wurde, halten sich hartnäckig.
24.06.2021, 17  Uhr
Stefan Rehder
US-Präsident Biden vor dem US-Kongress
Washington
Joe Bidens holpriger Start Premium Inhalt
Vergangene Woche hat der neue US-Präsident Joe Biden die Wegmarke von 100 Tagen im Amt überschritten. Bislang ist bei Biden von Altersmüdigkeit keine Spur.
06.05.2021, 09  Uhr
Maximilian Lutz
Themen & Autoren
Redaktion Blutvergießen Christliche Kirchen Donald Trump Gewalt Nahost-Konflikt Personen aus Israel Präsidenten der USA US-Regierung

Kirche

Papst in der Slowakei
Bratislava
In das reale Leben eintauchen Premium Inhalt
Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann