Kroatien streitet um Abtreibung

Zagreb (DT/KAP) Die Kirche in Kroatien unterstützt die Initiative der Bürgerinitiative „Prolife.hr“, in der mehrere Bewegungen versammelt sind, für ein revidiertes Abtreibungsgesetz mit klarer lebensschützerischer Ausrichtung. Zuletzt war mit einer Aktion vor dem Parlament in Zagreb die Unterschriftensammlung „Ich habe das Recht auf Leben“ gestartet worden, die bis Ostern in ganz Kroatien durchgeführt wird, wie die katholische Wochenzeitung „Glas Koncila“ berichtet. Die Unterschriften sollen Ende April an Premierminister Andrej Plenkovic und Abgeordnete im Parlament übergeben werden. Gefordert wird, das ungeborene Leben zu schützen sowie Frauen, die ihr Kind zur Welt bringen wollen, konkret zu helfen. Kroatiens Verfassungsgericht hatte Anfang März Anträge abgelehnt, die ein Verbot der Abtreibung wollten.

Die 1991 gegründete „Kroatische Bewegung für das Leben und die Familie“ war führend im Lobbying gegen das kommunistisch-jugoslawische Gesetz, das eine Fristenregelung vorsieht. Das aktuelle Verfassungsurteil hält fest, dass jegliche Beschränkung der Entscheidungsfindung einer Frau in Bezug auf ihre Schwangerschaft „Einmischung in ihr verfassungsrechtliches Recht auf Privatsphäre“ bedeute, wie Verfassungsgerichtspräsident Miroslav Separovic erklärte. Das Verfassungsgericht gab dem Parlament den Auftrag, in zwei Jahren ein neues Gesetz zur Abtreibung zu verabschieden. Die derzeitige Gesetzgebung sei veraltet und berücksichtige viele Elemente nicht, hieß es. So wird empfohlen, dass das neue Gesetz vorbeugende und pädagogische Maßnahmen zur Verringerung der Zahl der Abtreibungen enthält. Präzisiert werden soll die Frage des Gewissensvorbehalts. Der Präsident des Rates für Familie der Kroatischen Bischofskonferenz, Bischof Mate Uzinic, kritisierte, die Entscheidung des Verfassungsgerichtes lasse offen, ob Ungeborene menschliche Wesen seien und ob sich Artikel 21 der Verfassung („Jedes menschliches Wesen hat das Recht auf Leben“) auch auf Ungeborene beziehe.

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19.09.2021, 17 Uhr
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