Kritik an US-Angriff

Russland verurteilt amerikanischen Luftangriff auf syrische Truppen

Moskau/Genf (DT/dpa) Syrien hat den US-Angriff auf regierungstreue Truppen im Süden des Bürgerkriegslandes scharf kritisiert. Die „Aggression“ zeige, wie falsch die Behauptungen der „sogenannten internationalen Koalition“ seien, sie bekämpfe den Terrorismus, zitierte die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Freitag eine nicht näher genannte Quelle aus dem Militär. Der Angriff auf den Militärstützpunkt bestätige, dass es in der Region einen „zionistisch-amerikanischen Plan“ gebe. Mit Zionisten ist in der syrischen Propaganda Israel gemeint. Auch Russland hat den US-Luftangriff auf syrische Truppen und deren Verbündete als unannehmbar verurteilt. „Das ist eine Verletzung der Souveränität Syriens“, sagte Vizeaußenminister Gennadi Gatilow am Freitag in Genf. Die Attacke habe nichts mit dem Kampf gegen Terroristen zu tun und belaste die politischen Syrien-Gespräche in Genf und in der kasachischen Hauptstadt Astana, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Der Luftangriff im Süden des Bürgerkriegslandes am Donnerstag traf nach Angaben von Beobachtern eine syrische Einheit und eine verbündete Miliz, dabei seien acht Menschen getötet worden. „Das ist nicht nur ein Angriff in Syrien und auf Syrien, sondern auch auf Genf“, schrieb der Vorsitzende des Außenausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, auf Facebook. Er warf den USA vor, verärgert zu sein, weil die Verhandlungen in der Schweiz an ihnen vorbeiliefen.

In Genf wird unter Führung der UN nach einer Friedenslösung für Syrien gesucht, bislang aber ohne Ergebnis. In Astana sind Russland, die Türkei und der Iran Schirmherren der Gespräche.

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