Kritik an „privater Syrienreise“ der AfD

Berlin/Damaskus/Jerusalem (KNA) Der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand, kritisiert den Besuch mehrerer Bundes- und Landtagsabgeordneter der AfD in Syrien. Er nannte es am Dienstagabend in Berlin „einfach widerlich“, sich mit der „Täter-Clique“ zu treffen, „während Bomben und Giftgas von Diktator Assad eingesetzt werden“. Die AfD-Politiker hätten damit, so Brand weiter, „den guten Namen unseres Landes in den Dreck gezogen, die Opfer eines brutalen Krieges verhöhnt“. Dabei noch in die Kameras zu lächeln, sei „einfach ekelhaft. Diese Typen sollten nichts mehr über Anstand und christliche Werte schwadronieren.“

Mehrere AfD-Abgeordnete hatten bei ihrem Syrienbesuch am Montag den syrischen Großmufti, Scheich Ahmad Badr Al-Din Hassoun, in Damaskus getroffen. Thema des Gesprächs war unter anderem die Rückkehr syrischer Flüchtlinge sowie die Trennung von Staat und Kirche, wie aus Twitternachrichten von NRW-Landtagsabgeordneten hervorgeht.

Nach Angaben des ebenfalls mitgereisten AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann diene die „private Syrienreise“ dazu, „eigene Informationen zur humanitären Situation in Syrien zu sammeln“. Medienberichten zufolge wollen die Politiker auf ihrer Reise weitere Religionsvertreter treffen sowie Bildungseinrichtungen besuchen.

Die AfD hatte wiederholt eine Neubewertung der Sicherheitslage in Syrien gefordert und falsche Berichterstattung über das Land und den Krieg kritisiert.

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