Wien

Kontroversen um Kopftuch und Kreuz

Österreichs grüne Justizministerin hat „säkularen Zugang“, der „nicht mehrheitsfähig“ ist.
Debatte um Kopftuch und Kreuz in Österreich
Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) | Österreichs neue Justizministerin Alma Zadic (Grüne) verteidigt das von der schwarz-grünen Regierung geplante Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zum 14. Lebensjahr.

Österreichs neue Justizministerin Alma Zadic (Grüne) verteidigte in einem ORF-Interview das von der schwarz-grünen Regierung geplante Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zur Religionsmündigkeit, also bis zum 14. Lebensjahr: „Dass Mädchen gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen, das soll es nicht geben“, so die aus Bosnien stammende Zadic, die selbst keiner Religionsgemeinschaft angehört.

Auf Rückfragen, ob sie die Schule überhaupt als Raum ohne religiöse Symbolik sehe, sagte Zadic im ORF, sie habe einen „sehr säkularen Zugang zum Staat“. Persönlich sei sie der Meinung, „dass öffentliche Räume natürlich ohne religiöse Symbolik auskommen“. Diese Meinung sei in Österreich allerdings „nicht mehrheitsfähig – und das ist auch okay so“, sagte die Justizministerin.

Klares Bekenntnis zum Kreuz gefordert

FPÖ-Chef Norbert Hofer fordert nun ein klares Bekenntnis von Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz zum Kreuz in Schulklassen, in Gerichtssälen und auf Berggipfeln. „Sollte die ÖVP, wie beim Kopftuchverbot für Lehrerinnen, auch bei dem Kreuzen dem grünen Juniorpartner nachgeben, verheißt das für die Zukunft nichts Gutes“, so Hofer.

Lesen Sie auch:

Ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen ist im Regierungsprogramm nicht vorgesehen, sondern bisher lediglich eine Idee von Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). Grünen-Chef Werner Kogler ist dagegen. Geplant ist allerdings ein Kopftuchverbot für Schülerinnen bis 14 Jahren. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat dagegen Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingebracht.

DT/sba

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