Washington

Kommuniondebatte: Demokrat warnt katholische Kirche vor Entzug der Steuerbefreiung

Während die US-Bischöfe ein Lehrdokument über die Frage verfassen, ob Priester abtreibungsbefürwortenden Politikern die Kommunion verweigern können, hat ein Demokrat des Repräsentantenhauses angedeutet, dass die katholische Kirche ihre Steuerbefreiung verlieren könnte, wenn sie ein derartiges Verbot erließe.
Debatte um Kommunionempfang
Foto: Shelby Lum (Richmond Times-Dispatch/AP) | In ihrer Erklärung „mahnen“ die Demokraten die Kirche „ernstlich“ davor, „nicht noch weiter zu gehen und dieses heiligste aller Sakramente – Quelle und Höhepunkt des gesamten Evangeliums – wegen einer einzigen Frage ...

Wie die christliche US-amerikanische Zeitung The Christian Post auf ihrer Webseite berichtet, teilte der demokratische Abgeordnete Jared Huffman, der für Kalifornien im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten sitzt, in einem Tweet mit: „Wenn sie durch eine ‚Zurechtweisung‘ von Demokraten, die die reproduktiven Wahlmöglichkeiten von Frauen unterstützen, Religion als Waffe politisch einsetzen werden, dann kann eine ‚Zurechtweisung‘ in Bezug auf ihre Steuerbefreiung angebracht sein“. 

60 Demokraten veröffentlichen Grundsatzerklärung

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Huffmans Twitter-Post erschien, nachdem 60 Demokraten des Repräsentantenhauses eine „Grundsatzerklärung“ veröffentlicht hatten, um die US-amerikanische katholische Bischofskonferenz vor dem zu warnen, was die Politiker für eine Instrumentalisierung der Eucharistie halten, die nach ihren Worten „weaponized“, also als Waffe eingesetzt, werden soll. Diese Grundsatzerklärung wurde herausgegeben, nachdem die US-Bischofskonferenz am Freitag dafür gestimmt hatte, ein Dokument „über die Bedeutung der Eucharistie im Leben der Kirche“ zu erstellen. Eine überwältigende Mehrheit von 168 Bischöfen sprach sich für die Ausarbeitung einer Dokumentenvorlage aus, während 55 dagegen stimmten. Während das Dokument „Richtlinien für den Empfang der Kommunion bereitstellen soll“, so die Christian Post weiter, „werde es den einzelnen Bischöfen Beschlüsse zur Vorenthaltung der Kommunion anheimstellen“. 

In ihrer Erklärung „mahnen“ die Demokraten die Kirche „ernstlich“ davor, „nicht noch weiter zu gehen und dieses heiligste aller Sakramente – Quelle und Höhepunkt des gesamten Evangeliums – wegen einer einzigen Frage zu verwehren“. Die Stellungnahme betont weiter: „Wir suchen Anleitung und Beistand der Kirche, glauben aber auch an den Vorrang des Gewissens“. Die Demokraten erkennen die Rolle der Kirche in Bezug auf eine „moralische Führung“ an, heißt es weiter, und sie „akzeptieren die Spannungen, die aus der Uneinigkeit mit der Kirche in einigen Bereichen herrühren“. Doch sie „erkennen, dass keine politische Partei mit allen Aspekten der kirchlichen Lehre vollkommen übereinstimmt. Dennoch glauben wir, dass wir über die grundlegenden Fragen, die uns als Katholiken verbinden, sprechen können“.

Das „Sakrament der Heiligen Kommunion“ sei, so fährt die Grundsatzerklärung der Demokraten weiter fort, „von zentraler Bedeutung für das Leben praktizierender Katholiken, und die Instrumentalisierung der Eucharistie in Bezug auf Gesetzgeber der Demokraten wegen ihrer Unterstützung des sicheren und legalen Zugangs zur Abtreibung widerspricht dem“.  DT/ks

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