Kommentar: Versöhnlicher Ton im Gotteslob

Von Regina Einig

Der Endspurt zur Fertigstellung des neuen Gotteslobs hat begonnen. Der erste Advent 2013 schwebt den Bischöfen als Datum für die Einführung vor. Ein schwerer Stein auf der letzten Etappe ist nun beiseite gerollt. Der korrekten Übersetzung der Wandlungsworte „pro multis“ mit „für die vielen“ steht nach dem Willen des Ständigen Rates nichts mehr im Wege.

Nach jahrelangem Hin und Her mit dem Vatikan werden die Weichen für die Messordnung richtig gestellt. Denn noch lässt sich nicht präzise sagen, wann das überarbeitete Missale Romanum vorliegen wird. Sollte es mit nennenswertem zeitlichem Abstand zum neuen Gotteslob erscheinen, hätten Priester und Gemeinden dennoch korrekte Messtexte. Hier werden an das neue Gotteslob höhere Anforderungen gestellt als an seine Vorgänger. Vielen Kirchgängern der Generation 60 plus ist der Ordo Missae so selbstverständlich geläufig, dass sie während des Gottesdienstes lediglich den Liedteil aufschlagen. Doch die Zeiten ändern sich. Die Gemeinden müssen sich im Alltag immer häufiger auf Personen einstellen, die weder den Ablauf der Messe noch die liturgischen Grundgebete kennen. Über die Brauchbarkeit des Gotteslobs entscheidet mehr denn je die Qualität der Kapitel über Liturgie und Gebet.

Dass das zähe Kapitel „pro multis“ zu einem versöhnlichen Abschluss kommt, ist nicht zuletzt dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zu verdanken, der als Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz unermüdlich für die Position des Heiligen Vaters geworben hat. Er war auch der erste deutschsprachige Hirte, der den Brief des Papstes an die deutschen Bischöfe im April wohlwollend kommentierte. Darin hatte Benedikt XVI. mit Nachdruck einschlägige Katechesen verlangt. Der Nationale Eucharistische Kongress in Köln könnte das größte überregionale Forum dafür werden. Der Kölner Erzbischof, der 2013 sein 80. Lebensjahr vollendet, darf den guten Ausgang der „pro multis“-Debatte auch als Frucht seines Standvermögens betrachten.

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