Kommentar: Rom: Wohin es künftig geht

Foto: dpa | Bereitet eine Reform der Kurie vor: Papst Franziskus.
Foto: dpa | Bereitet eine Reform der Kurie vor: Papst Franziskus.

Die Nachricht, dass es im Vatikan in absehbarer Zeit eine Kongregation für die Laien geben könnte, entspricht der „Logik des Systems“. Ist doch das für die Laien zuständige Dikasterium anders als die übrigen Päpstlichen Räte nicht nur ein rein beratendes Büro, sondern kann Rechtsakte setzen – wie etwa das Inkrafttreten der Statuten von Laienvereinigungen. Aber auch inhaltlich macht das Sinn. Endlich würden die Laien ebenso eine Kongregation erhalten wie der Klerus, die Ordensleute und die Bischöfe. Den einen oder anderen Rat könnte man dann in die Laien-Kongregation integrieren. Der für die Familie, für die Migranten oder für die Pastoral im Krankendienst – alles das sind Päpstliche Räte, deren Errichtung sich besonderen Situationen verdankte, die aber jetzt im Zuge der Kurienreform entschlackt und zusammengelegt werden können. Johannes Paul II. hat die Kurie weitgehend in Ruhe und gewähren lassen. Benedikt XVI. hat neben dem Kurswechsel in Sachen Missbrauch die Finanzreform des Vatikans angepackt und mit der Errichtung des Rats für Neuevangelisierung einen Akzent gesetzt. Insgesamt waren das aber 35 Jahre, in den auch alte Zöpfe gewachsen und Gewohnheiten entstanden sind, die auf den Prüfstein gehören. Braucht die Kirche wirklich die jährlichen Botschaften zu Medien oder Kultur, die zahllosen Texte zu den diversen Welttagen oder die beständig stattfindenden Konferenzen der Päpstlichen Räte, die alle eines gemeinsam haben: Selbst innerhalb der Kirche ist ihr Wahrnehmungswert überaus gering. Kuriale Selbstbeschäftigung. Papst Franziskus wird das wohl ändern.

Die größten Kräfte der Beharrung wird es im Staatssekretariat geben. Hier hat sich in 35 Jahren überhaupt nichts geändert. Einer der acht Beratungs-Kardinäle, der Chilene Francisco Errázuriz, meinte jetzt, aus dem Kardinalstaatssekretär solle im Rahmen der Reform ein „Päpstlicher Sekretär“ werden, um das Kirchliche dieses Amtes deutlicher zu machen. Das ist die Richtung, in die die Reise geht: Änderung der Strukturen, vor allem aber der Mentalität.

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