Kommentar: Protest mit Weitsicht

Von Jürgen Liminski
Foto: DT | Jürgen Liminski.

Es gibt tatsächlich ein Thema, das noch fundamentaler ist als die aktuelle Flüchtlingskrise. Das ist die Institution Familie, mithin der Mensch. Die Ideologien des vergangenen Jahrhunderts wollten sie zerstören oder instrumentalisieren und nichts anderes versucht auch der Genderismus zu Beginn dieses Jahrhunderts. Es hat etwas gedauert, bis der Widerstand gegen die Jünger des Gender-Wahns in Brüssel, in den Medien und vor allem in rot-grünen Regierungen erwachte, aber jetzt ist er da – und er trägt erste Früchte. Der Protest gegen die Bildungspläne zur Frühsexualisierung der Kinder ab dem Kindergarten entfaltet Wirkung. Die Erkenntnis greift Platz, dass unter dem Deckmantel der Vielfalt und Antidiskriminierung de facto Ehe und Familie diskriminiert werden. Und der Protest gegen die Ideologen erschreckt manche Pragmatiker unter den Politikern. In Baden-Württemberg wurde der Bildungsplan verändert, was man sicher auch mit den anstehenden Wahlen in einem halben Jahr erklären kann. In Schleswig-Holstein wurde das bereits fertige Material für den Unterricht jetzt sogar gestoppt. Es sei, so das zuständige Ministerium, nicht geeignet für den Unterricht. Das ist ein Etappensieg.

Langsam dämmert den halbwegs Vernünftigen in den Ministerien, dass man mit diesen Plänen nicht nur eine winzige Minderheit maßlos hofiert, sondern die große Mehrheit der Familien vor den Kopf schlägt. Drei von vier Kindern in Deutschland leben mit ihren beiden leiblichen und verheirateten Eltern. Dieser gesellschaftliche Normalfall von Vater, Mutter, Kind(er) ist nicht nur Keimzelle der Gesellschaft, er ist auch Basiselement für die kulturelle Identität Europas. Aus ihm erwächst Vitalität und Integrationskraft. Noch ist der Kampf um diese Identität nicht gewonnen, nur weil Kiel und Stuttgart sich jetzt mehr oder weniger bewegen. Die gesamte Gender-Ideologie muss verschwinden. Deshalb darf der Protest auch nicht erlahmen. Der Protestmarsch am kommenden Sonntag in Stuttgart wird auch für diese Weitsicht ein Zeichen setzen.

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