Kommentar: Mädchen werden abgetrieben

Von Alexander Riebel

China ist nicht das einzige Land, in dem Mädchen abgetrieben werden, weil die Gesellschaft Jungen bevorzugt. Das ist auch in den Vereinigten Staaten Alltag, wie jetzt die Lebensschutzorganisation „Live Action“ aufgedeckt hat. Im Zentrum dieser erschreckenden Tatsache steht die Organisation Planned Parenthood, die Abtreibungen bis zur 24. Woche für problemlos erklärt. Mitarbeiter von „Live Action“ haben solche Beratungsgespräche gefilmt, sonst wäre die Vernichtung von Mädchen im großen Stil wohl nicht so schnell ans Tageslicht gelangt. Zwar schlägt der Fall in den amerikanischen Medien nun hohe Wogen, aber es ist zu hoffen, dass es auch zu rechtlichen Schritten kommt.

„Live Action“ nennt sich selbst eine „neue mediale Bewegung für das Leben“, und der Schutz der Mädchen ist eines ihrer Projekte. Die Lebensschutzorganisation hat jetzt die Videos auf ihre Internetseite „liveaction.org“ gestellt, auf denen Abtreibungen mit Schwangeren verabredet werden. Obwohl Planned Parenthood öffentlich erklärt, Geschlechterselektion abzulehnen, ist es das Verdienst der Lebensschützer, das Gegenteil herausgefunden zu haben. „Live Action“ wirft Planned Parenthood 329 445 Abtreibungen im vergangenen Jahr vor. Eiskalt wird in den Gesprächen auf den Videos um Tage und Wochen gefeilscht. Als eine Schwangere in der Beratung die Befürchtung äußerte, moralisch verurteilt zu werden, weil sie nur einen Jungen haben will, meinte die Beraterin, nein, nein, sie helfe so gut sie könne. Und den Hinweis, dass Embryonen im Alter von 24 Wochen schon ziemlich weit entwickelt sind, wollte die Schwangere gar nicht hören. In den Gesprächen geht es auch nicht um Beratung, sondern um das Geschäft. Beide Seiten sind sich einig, dass Mädchen nicht zur Welt kommen sollen. Dabei versucht Planned Parenthood, die größte Abtreibungsorganisation in Amerika, ihre Hände in Unschuld zu waschen mit dem Hinweis, über Gut und Böse entscheiden die Kunden. Da hilft auch nicht die kleine Hoffnung der Mütter vor dem Gentest, es könne doch ein Sohn werden.

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