Kommentar: Killer-Keime töten Bio-Wahn

Von Guido Horst

Erst die Gurken, jetzt die Sprossen. Beide Salatgemüse stehen in dem Ruf, unheimlich gesund zu sein. Sie sind sozusagen Symbole für Bio-Fit-Ernährung. Und wurden nun – zumindest in den Medien, man warte ab, was am Ende der wirkliche Grund der Epidemie war – Träger des Killer-Makels. Da kann die Nahrungsmittelindustrie zur Mehrung des Profits noch so viele „Bio“-Gütesiegel auf die Früchte des Feldes und der Bäume drücken – am Ende schlägt die Natur zurück und erteilt die bittere Lehre, dass es auf Erden wohl nie möglich sein wird, hundertprozentig gesund zu leben. Wo „Bio“ draufsteht, ist auch „Bio“ drin – mit allen Licht- und Schattenseiten: Aufbaustoffe, Vitamine und Kohlenhydrate, aber auch Bakterien, Erreger und bisweilen hoch gefährliche Killer-Keime.

Jeder Tote ist ein Toter zu viel, und es ist tragisch, wenn nun Hunderte um ihre Gesundheit fürchten müssen. Die Ehec-Epidemie ruft Zeiten in die Erinnerung zurück, als Seuchen noch die Bevölkerung ganzer Regionen dezimieren konnten. Aber hat nicht der ganze Bio-Rummel dafür gesorgt, sich in falscher Sicherheit zu wähnen? Politiker und Fachleute sollten den Menschen wieder klar sagen, dass Ernährung nie absolut risikolos sein kann, besonders dann nicht, wenn die Produktion der Nahrungsmittel in industriellem Stil erfolgt. Sie kann nicht absolut risikolos erfolgen, weil nichts auf Erden ohne Risiko ist.

Von daher ist es falsch, nun nach den Schuldigen zu suchen, nur um diese an den Pranger zu stellen – unter der vermeintlich falschen Voraussetzung, der künstliche Nahrungskreislauf, den sich der Mensch des Westens in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen hat, ließe sich auf Dauer störungsfrei sicher machen. Schlamperei gehört geahndet, mangelnde Kontrolle abgeschafft. Die Natur ist kein Gott und die Erde kein Paradies. Der „Bio“-Kult baut auf einer profitorientierten Täuschung der Menschen auf. Den Japanern hat das eine verheerende Erdbebenkatastrophe deutlich gemacht, und den Europäern jetzt die Ehec-Epidemie.

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