Berlin

Kommentar: Fördern statt ausbeuten

Die Frage der Stunde ist nicht, wie Vater Staat jetzt an das Geld seiner erfolgreicheren Kinder herankommt, sondern: Wie lassen sich Unternehmer und Vermögende jetzt animieren, zu investieren, zu konsumieren, zu produzieren und Arbeitsplätze zu schaffen?

Wirtschaftliche Folgen von Corona
Die Enteignungs- und Umverteilungpläne, die linke Politiker rund um den 1. Mai aus der Mottenkiste zogen, würden die Arbeitslosenraten in astronomische Höhen jagen. Foto: Jan Woitas (ZB)

Geld dort zu klauen, wo es sich häuft, entspricht nicht nur der Logik von Bankräubern. Auch Sozialisten, Sozialdemokraten und wirtschaftsfeindliche Vereine wollen die Reichen um Teile ihres Vermögens erleichtern. Sicher, in Zeiten praller Kassen und satter Gewinne gibt es gute Gründe, eine Debatte über Steuergerechtigkeit anzuzetteln: Warum werden Arbeit und Konsum so hoch, Vermögen dagegen so niedrig besteuert? Ist der Kuchen groß genug für alle, lohnt sich der wohlargumentierte Streit um die Zutaten und die Größe der jeweiligen Kuchenstücke.

Umverteilungspläne würden schwere wirtschaftliche Schäden anrichten

Allein, diese Zeiten sind vorerst vorbei. Und zwar nicht, weil die Reichen uns alle Kuchenkrümel vom Teller stibitzten, sondern weil unsere Regierungen den Volkswirtschaften ihrer Länder eine Vollbremsung verordnet haben. Die Enteignungs- und Umverteilungpläne, die linke Politiker rund um den 1. Mai aus der Mottenkiste zogen, würden eine durch die Corona-Pandemie und die Anti-Corona-Maßnahmen schwer angeschlagene Wirtschaft weiter verwüsten, die Arbeitslosenraten in astronomische Höhen jagen und die ökonomische Normalisierung verhindern.

Die Frage der Stunde ist nicht, wie Vater Staat jetzt an das Geld seiner erfolgreicheren Kinder herankommt, sondern welche Kinder einen größeren Kuchen für die Familie backen können. Und wie man diese Kinder dafür gewinnen kann: Höhere Vermögensabgaben würden ja alle bestrafen, die sich mit Fleiß und Geschick etwas aufgebaut haben; höhere Vermögenszuwachssteuern würden Unternehmer und Vermögen ins Ausland vertreiben. Ja, Kapital ist ein scheues Reh. Im Gegensatz zu unseren Arbeitsplätzen sind große Vermögen zudem ausgesprochen mobil.

Die Rohstoffe heißen Kreativität, Arbeitsethos und Intelligenz

Die Frage der Stunde lautet also: Wie lassen sich Unternehmer und Vermögende dazu animieren, gerade hier zu investieren, zu konsumieren, zu produzieren, Arbeitsplätze zu schaffen - und auch Steuern zu zahlen? Europas Rohstoffe heißen nicht Öl, Gold oder Coltan, sondern Kreativität, Arbeitsethos und Intelligenz. Seine Bodenschätze sind Fleiß, Unternehmer- und Erfindergeist. Diese sollte der Staat fördern, nicht ausbeuten.

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