Nizza

Kirchenvertreter verurteilen islamistischen Terroranschlag in Nizza

Drei Menschen sterben bei einer Messerattacke in einer Kirche im südfranzösischen Nizza. Der Papst und weitere führende Katholiken verurteilen den islamistischen Anschlag.

Tödliche Messerattacke in Nizza  in der Basilika Notre Dame
Bei der Messerattacke in Nizza sind am Donnerstagmorgen drei Menschen getötet worden, weitere wurden verletzt. In ganz Frankreich sollen am Nachmittag die Kirchenglocken läuten. Foto: Norbert Scanella via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

Papst Franziskus und führende Vertreter der katholischen Kirche haben den Terroranschlag in der Basilika Notre-Dame im südfranzösischen Nizza verurteilt. „Es ist ein Moment des Schmerzes in einer Zeit der Verwirrung. Terrorismus und Gewalt können niemals akzeptiert werden“, so Vatikansprecher Matteo Bruni. Franziskus sei über den tödlichen Messerangriff in Nizza informiert und stehe der trauernden katholischen Gemeinschaft nahe. Der Papst bete für die Opfer und ihre Angehörigen, dass die Gewalt aufhöre. 

Täter rief "Allahu Akbar"

Bei der Messerattacke sind am Donnerstagmorgen drei Menschen getötet worden, weitere wurden verletzt. Unter den Opfer befindet sich der Küster der Basilika. Einer 70-jährigen Frau schnitt der Täter in der Kirche die Kehle durch; eine 30-Jährige konnte in eine Bar flüchten, erlag dort aber ihren Verletzungen. Mehrmals soll der Täter, der von Einsatzkräften angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht wurde, „Allahu Akbar“ gerufen haben. Frankreichs Premierminister Jean Castex rief die höchste Terrorwarnstufe aus, die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Auch in einem Vorort der südfranzösischen Stadt Avignon soll es einen islamistischen Vorfall gegeben haben: Ein Mann, der mehrere Passanten mit einer Pistole bedroht haben soll, wurde von der Polizei erschossen.

Der afrikanische Kurienkardinal Robert Sarah nannte den Islamismus in einer Mitteilung auf dem Kurzmeldungsdienst „Twitter“ einen „monströsen Fanatismus“ der mit Stärke und Entschlossenheit bekämpft werden müsse. „Er wird seinen Feldzug nicht aufgeben. Wir Afrikaner wissen das leider nur zu gut.“ Die Barbaren seien immer die Feinde des Friedens, so Sarah weiter. Der Westen – und Frankreich heute aus aktuellem Anlass – müssten dies verstehen.

Christen dürfen nicht zur Zielscheibe werden

Die Französische Bischofskonferenz sprach von einer „unbeschreiblichen“ Tat und mahnte, dass Christen nicht zur Zielscheibe werde dürften. Es herrsche Dringlichkeit, das „Krebsgeschwür des Terrorismus“ zu bekämpfen, so der Sprecher der französischen Bischöfe. 

Attentat in Nizza

Auch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) zeigte sich entsetzt über den brutalen Anschlag. „Der heutige furchtbare Mordanschlag im französischen Nizza macht mich sprachlos“, schrieb der DBK-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, in einer Stellungnahme. „Erneut wird bei unseren französischen Nachbarn offensichtlich Hass zwischen den Religionen geschürt. Gemeinsam müssen wir in Europa der Ideologie der Gewalttäter und ihrem Versuch der gesellschaftlichen Destabilisierung widerstehen“, so Bätzing. Hass und Gewalt dürften keine Chance haben.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron traf am Donnerstagnachmittag am Ort des Attentats ein. In ganz Frankreich sollen am Nachmittag die Kirchenglocken läuten.  DT

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