Kirchentag wohl ohne Abendmahl

Berlin (DT/KNA) Der Berliner Bischof Wolfgang Huber erwartet in den kommenden Jahren keine Annäherung der beiden großen Kirchen in der Frage eines gemeinsamen Abendmahls. Beim bundesweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München sei dieses sicher noch nicht möglich, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstagabend in Berlin. „Wir können aber gemeinsam feiern, singen und beten.“ Am Rande des ersten solchen Treffens vor fünf Jahren in Berlin gab es interkonfessionelle Abendmahlsfeiern. Sie werden von der katholischen Kirche abgelehnt.

Huber äußerte sich bei einem Besuch der katholischen Kirchengemeinde Maria Gnaden in Berlin-Hermsdorf. Er warb für neue Ansätze im Dialog der Konfessionen. „Wir sollten all das gemeinsam tun, was möglich ist“, betonte der ranghöchste Vertreter des Protestantismus in Deutschland. Er sprach sich für eine „Ökumene der Spiritualität und des wechselseitigen Respekts“ aus. Unter anderem regte er einen gemeinsamen Kanon von Texten, Liedern und Gebeten zum Münchner ÖKT an. In den Streitpunkten des Amts- und Kirchenverständnisses seien kurzfristig aber keine Lösungen zwischen den Kirchen zu erwarten.

Der EKD-Ratsvorsitzende mahnte die Kirchen, in politischen Fragen verstärkt mit einer Stimme sprechen. Es gebe auch eine „Ökumene der gemeinsamen Weltverantwortung“. Als Themen kirchenübergreifender Stellungnahmen nannte Huber die Zuwanderung, den Klimawandel und die Menschenrechte. Auch über eine Fortführung des gemeinsamen Sozialworts der Kirchen von 1997 müsse nachgedacht werden. In diesem Zusammenhang führte Huber nicht die Stichtagsregelung bei der Forschung an embryonalen Stammzellen an. Hubers Eintreten für eine Verschiebung des Stichtags wird von der katholischen Kirche abgelehnt und ist auch in der evangelischen Kirche umstritten.

Themen & Autoren

Kirche