Kirchen fürchten Terroranschläge zu Ostern

Aachen/Rom (DT/KNA/KAP) In Nigeria, Indien und Pakistan ist die Stimmung im Hinblick auf die Terrorgefahr angespannt. Das berichtet das Internationale Katholische Hilfswerk missio unter Berufung auf Partnerorganisationen vor Ort. Besonders der Norden Nigerias sei durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram gefährdet, sagte Bischof Stephen Dami Mamza aus der Diözese Yola dem Missionswerk. „Der Sambisa-Wald wird entgegen anderslautender Berichte der Regierung immer noch von tausenden Boko-Haram-Kämpfern gehalten, von dort aus werden die angrenzenden Dörfer beinahe jede Woche attackiert.“ Am Wochenende seien insbesondere die Kirchen und die Osterfeierlichkeiten rund um den Sambisa-Wald gefährdet. „Auf dem Land tut der Staat viel zu wenig für die Sicherheit, und es fehlt an Militär“, kritisierte Mamza. In Indien sind nach Einschätzung von missio-Partnern vor allem Christen im Bundesstaat Odisha gefährdet. 2008 wurden in der Region Kandhamal über 100 Christen getötet und mehr als 300 Kirchen zerstört. Über 50 000 Menschen mussten fliehen. „Die Furcht vor gewalttätigen Hindu-Nationalisten ist groß“, sagte missio-Sprecher Johannes Seibel. Nun hat ein Übergriff im Vorfeld des Osterfestes die Sorgen der christlichen Minderheit in Indien weiter verstärkt: Am 7. April stürmten Mitglieder der nationalistischen Jugendbrigade „Hindu Yuva Vahini“ eine Kirche im Bundesland Uttar Pradesh und unterbrachen den Gottesdienst. Die Polizei schritt ein, verhaftete aber nicht die Störenfriede, sondern die rund 150 Christen mitsamt Pfarrer und beschuldigten sie der Zwangskonversion zum Christentum, wie das Internetportal „Asia News“ berichtete. Seit Premier Narenda Modi 2014 sein Amt antrat, nehmen Übergriffe auf Christen zu.

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