Keine Waffen für syrische Rebellen

Vatikanstadt (DT/KNA/dpa) Westliche Staaten sollten den Rebellen in Syrien aus Sicht des chaldäischen Patriarchen Louis Raphael I. Sako auf keinen Fall Waffen liefern. Der Westen begünstige von allen am Kampf beteiligten Kräften offenbar die „schlimmsten“, sagte er dem vatikanischen Pressedienst Fides (Donnerstag). Unter den Rebellengruppen, die gegen das Regime von Präsident Assad kämpfen, wächst nach Einschätzung von Experten der Anteil radikaler Islamisten bis hin zu Mitgliedern des Terrornetzwerks Al Kaida. Sako warnte davor, Gruppen mit militärischem Material zu versorgen, die keinesfalls die Demokratie anstrebten: „Im syrischen Chaos bewegen sich inzwischen Kräfte, die ganz bestimmt nicht die Freiheit installieren wollen.“ Der Krieg könne im Übrigen nur durch eine politische Lösung beendet werden. „Blut ruft nach neuem Blut“, so der im irakischen Bagdad residierende Patriarch. Der Konflikt habe durchaus eine religiöse Dimension, und er trage zur weiteren Destabilisierung des ganzen Nahen Ostens bei. In Syrien kämpften konfessionelle Gruppen gegeneinander. Dies stecke allmählich auch die Nachbarländer an. Von der Lage der Christen im Irak zeichnete das Oberhaupt der mit Rom unierten chaldäischen Kirche ein düsteres Bild. „In vielen Pfarreien sind nur noch die Armen übrig. Die Reichen, die Gutausgebildeten, die Intellektuellen sind alle in den Westen gegangen.“ Nur wer über keine Mittel verfüge, bleibe im Irak – „immer müder, immer verarmter“, so Sako. Von den früher mehr als eine Million Chaldäern sind nach Beginn des Irak-Kriegs 2003 schätzungsweise zwei Drittel vor der Gewalt von Islamisten und Kriminellen sowie vor wachsender Diskriminierung aus dem Land geflohen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) lehnt Waffenlieferungen an die syrische Opposition ab. Es gebe eine Reihe ziviler Möglichkeiten, die Opposition zu unterstützen, sagte er am Donnerstag in Nürnberg. „Wer Waffen liefert, muss sicherstellen, dass die Waffen nicht in die Hände von Dschihadisten und Terroristen gelangen“, warnte er. „Ich sehe hier eine besondere Sensibilität in Deutschland, weil manche Gruppen Damaskus als Etappenziel auf dem Weg nach Jerusalem sehen.“ Zugleich lehnte er eine militärische Lösung des Syrien-Konflikts ab.

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