Kein „Rückzug in nationale Schrebergärten“

Duisburg (DT/KNA) Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Bürger zu aktiver Beteiligung aufgerufen. „Unsere Demokratie ist in Gefahr, wenn wir sie als selbstverständlich betrachten“, zitierte er am Sonntagabend in Duisburg den früheren US-Präsidenten Barack Obama. Der CDU-Politiker warnte vor dem Rückzug in „nationale Schrebergärten“, in denen die globalen Probleme des 21. Jahrhunderts nicht zu lösen seien. Lammert äußerte sich in der evangelischen Duisburger Salvatorkirche. Seine Kanzelrede stand unter dem Thema „Angst essen Seele auf – Wie gefährdet ist unsere Demokratie?“ In der Bevölkerung breite sich das diffuse Gefühl aus, von „denen da oben“ nicht genügend wahrgenommen zu werden, erklärte Lammert mit Blick auf jüngste Wahlerfolge der AfD. Zugleich gebe es eine verwirrende Entwicklung in der Gesellschaft. Zwar seien die Deutschen laut Umfragen weit weniger um ihren Arbeitsplatz und ihre finanzielle Lage besorgt als früher, doch bei Fragen zur allgemeinen Lage trübe sich das Stimmungsbild sofort wesentlich ein. „In den späten Fünfziger Jahren hatten die Deutschen die größten Hoffnungen, dass es allmählich voranging. Je mehr Boden sie allerdings unter die Füße bekommen, desto größer wird scheinbar auch die Angst, davon wieder etwas zu verlieren“, so Lammert. Die Bedrohungen für Frieden, Freiheit, Sicherheit und Demokratie seien durchaus real, räumte der Bundestagspräsident ein und verwies etwa auf die Terrororganisation „Islamischer Staat“. Lammert rief die Menschen zu Mut und Zuversicht auf. „In der Bibel steht der Satz ,Fürchte dich nicht‘ genau 365 Mal; er ist also ein guter Rat für jeden Tag“, warb der Katholik auch für mehr bürgerschaftliches Engagement. Bequemlichkeit, die auch in Deutschland weit verbreitet sei, gehöre nicht zu den demokratischen Tugenden.

Themen & Autoren

Kirche