Kauder gegen Adoptionsrecht

Berlin/München (DT/KNA) Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) lehnt ein volles Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ab. „Bis zum Nachweis des Gegenteils bin ich fest davon überzeugt, dass es das Beste für Kinder ist, wenn sie bei Vater und Mutter aufwachsen. Kinder brauchen, wie die Psychoanalytiker sagen, das väterliche und mütterliche Prinzip“, sagte Kauder der Onlineausgabe des Magazins „Focus“. Wenn daher auf hundert Adoptionswünsche zwanzig zu adoptierende Kinder kämen, sollten diese nach dem natürlichen Familienprinzip aufwachsen dürfen, so der CDU-Politiker. „Beim Adoptionsrecht darf ausschließlich das Kindeswohl im Mittelpunkt aller Betrachtungen stehen, nichts anderes“, fügte Kauder hinzu. Die Adoption sei nicht dazu da, erwachsene Menschen zufriedenzustellen. Er schließe jedoch nicht aus, dass das Bundesverfassungsgericht entsprechende Vorgaben mache, sagte der CDU-Politiker. „Allerdings werden wir das intensiv diskutieren müssen“, betonte Kauder. Am späten Donnerstagabend verabschiedete der Bundestag das Gesetz zur steuerlichen Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Das Kabinett hatte den Entwurf erst vor rund zwei Wochen auf den Weg gebracht. Damit wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai umgesetzt. Die Ausweitung des Ehegattensplittings auf die etwa 34 000 eingetragenen Lebenspartnerschaften kostet den Staat nach Schätzungen rund 55 Millionen Euro jährlich. Der CDU-Abgeordnete Olav Gutting betonte in der Debatte, mit dem Entwurf werde ein Stück Diskriminierung abgebaut. Dabei werde es nicht bleiben, so Gutting. In den kommenden Wochen werde eine detaillierte Liste für weitere Änderungen im gesamten Steuerrecht erarbeitet. Das könne man aber nicht übers Knie brechen, so Gutting. Der FDP-Abgeordnete Michael Kauch sprach von einem guten Tag für die Lesben und Schwulen. Die Oppositionsfraktionen kritisierten den Entwurf der Regierungsfraktion und forderten weitergehende Regelungen zur Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaften. Anträge der Oppositionsfraktionen zu weitergehenden Regelungen für eingetragene Lebenspartnerschaften wurden abgelehnt.

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