Katholischer Arbeitskreis in der Union gegründet

Engagierte katholische Christen drängen auf stärkere Profilierung von CDU und CSU

Berlin/Frankfurt (DT/KNA/Re) In der Union gibt es einen neuen Arbeitskreis Engagierter Katholiken (AEK). Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine“ in ihrer Mittwochsausgabe. Die Initiative verstehe sich als Antwort auf den Umgang der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Katholiken, so die FAZ. Der Mitbegründer und Sprecher des Kreises, Martin Lohmann, sagte gegenüber der Zeitung: „Wir stehen für katholische Klarheit in ökumenischer Toleranz.“ Der Arbeitskreis verstehe sich nicht als Gegengründung zum „Evangelischen Arbeitskreis“ (EAK) in der CDU/CSU. Vielmehr wolle man „Teil des lebendigen Pluralismus“ in der Union sein: „Wir möchten katholische Christen ermutigen, sich innerhalb der C-Parteien profiliert politisch zu engagieren“, so Lohmann.

In einem Brief der Initiatoren des Arbeitskreises an die Vorsitzenden von CDU und CSU heißt es: „Wir melden uns heute zu Wort aus Sorge um die Unionsparteien in Deutschland. Wir sind Menschen verschiedenster beruflicher wie geografischer Herkunft, die sich zur CDU/CSU ebenso wie zu ihrem katholischen Glauben bekennen. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, die Chancen für eine Politik aus christlicher Verantwortung in Deutschland zu verbessern.“ Anliegen des Arbeitskreises sei es, katholische Wähler zurückzugewinnen, die sowohl der CDU als auch der CSU zunehmend den Rücken kehren. „Es ist uns nicht gleichgültig, dass die Unionsparteien in den vergangenen Jahren mehr als drei Millionen Wähler verloren haben. Uns lässt es nicht unberührt, dass die Unionsparteien in den vergangenen Jahren auch eine große Zahl überzeugter Mitglieder verloren haben“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: Der AEK biete sich – analog zum Evangelischen Arbeitskreis (EAK) – als bundesweites Forum in CDU und CSU für katholische Christen an. Der AEK lade alle engagierten Katholiken, denen die Zukunft Deutschlands nicht gleichgültig ist, zur Mitarbeit ein. Ziel des Arbeitskreises sei es, katholisches Denken und Überzeugungen in den Unionsparteien zu artikulieren und katholische Christen zu profiliertem politischen Engagement zu ermutigen. „Wir wollen auf der Grundlage des katholischen Glaubens unseren Beitrag einer vor Gott und den Menschen verantworteten Politik leisten.“

Die Internetseiten des Arbeitskreises (www.aek-online.de) informieren unter anderem darüber, dass sich der neue Arbeitskreis nicht nur an Parteimitglieder wendet. „Wir sind offen auch für Menschen, die nicht Mitglieder sind und übernehmen insofern Brückenfunktion zwischen Partei sowie Kirche und Gesellschaft“, heißt es da. Zu den Initiatoren gehören unter anderem der Bundestagsabgeordnete Norbert Geis (CSU), der frühere bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU), der Bundesvorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann (CDU), die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr, der Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels, Professor für Christliche Gesellschaftslehre, der Präsident der Paneuropa Union, Europaabgeordneter Bernd Posselt (CSU), die Bundesvorsitzende Katholische Frauengemeinschaft kfd, Maria Theresia Opladen und der Abtprimas des Benediktinerordens, Notker Wolff. Merkel hatte vor der Bundestagswahl die Gründung eines „Katholischen Arbeitskreises“ abgelehnt. Es sei richtig, dass es einen solchen Zusammenschluss in der CDU/CSU nicht gebe, sagte die Kanzlerin im Juni. Die Existenz eines Evangelischen Arbeitskreises der Union erkläre sich aus der Geschichte der Parteigründung.

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