Kanzlerin steht hinter Seehofer

Berlin (DT/dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt CSU-Chef Horst Seehofer nach seinen Äußerungen zur Zuwanderung Rückendeckung. Es gebe keinen Dissens, sagte Vize-Regierungssprecherin Sabine Heimbach am Montag in Berlin. Sie wollte aber Zweifel zerstreuen, ob Zuwanderer in Deutschland noch willkommen seien. Die Türkische Gemeinde forderte eine Entschuldigung von Seehofer. Der bayerische Ministerpräsident hatte dem Magazin „Focus“ gesagt, Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern täten sich schwerer. „Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“ Die Vize-Regierungssprecherin sagte auf die Frage, ob neue arabische und türkische Zuwanderer in Deutschland weiter willkommen seien: „Natürlich“. „Ich denke, dass überhaupt kein Zweifel an dem Willkommen der Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen besteht.“ CDU-Chefin Merkel telefonierte am Montagmorgen mit Seehofer. „Er hat ihr seine Motivation und seine Betrachtung der Dinge geschildert“, sagte Heimbach. „Das war für sie nachvollziehbar. Insofern gibt es da keinen weiteren Dissens.“

Unterdessen hat in der Debatte um Deutschenfeindlichkeit nach Bundesfamilienministerin Schröder auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) vor einer Diskriminierung im eigenen Land gewarnt. „Es gibt vor allem in den Bereichen Berlins, aber nicht nur dort das Thema Schweinefleischfresser und ein übersteigertes Ehrgefühl gerade junger türkischer Männer“, sagte der Regierungschef am Montag dem hessischen Privatsender Hit Radio FFH. Frau Schröder hatte am Wochenende beklagt, der Rassismus gegen Deutsche nehme im eigenen Land zu. Deutsche Kinder würden in Schulen zum Beispiel teils ausgegrenzt. Mädchen ohne Kopftuch würden auf Schulhöfen oder in U-Bahnen teilweise als „deutsche Schlampen“ bezeichnet.

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