Kämpfe erfassen Christen-Viertel

Dubai/London (DT/KNA) In Damaskus werden nach Beobachterangaben jetzt auch die christlichen Viertel von den Kämpfen erfasst. Seit dem frühen Mittwochmorgen seien Gefechte am Rand der von Christen bewohnten Altstadtviertel Bab Tuma und Bab Sharqi zu hören, meldete der arabische Sender Al Arabiya unter Berufung auf lokale Beobachter und die Menschenrechtsgruppe „Syrian Observatory for Human Rights“. Es sei das erste Mal, dass Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen die christlich geprägten Zonen der syrischen Hauptstadt erreichten. Unterdessen nannte Amnesty International den Angriff auf Aleppo den Höhepunkt einer monatelangen blutigen Unterdrückung friedlicher Proteste. Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation gingen Sicherheitskräfte und regierungsnahe Milizen dabei mit Schüssen gegen unbewaffnete Demonstranten vor. Zu den Todesopfern zählten auch unbeteiligte Zivilisten und Kinder. Soldaten und Milizionäre hätten Jagd auf Verwundete gemacht. Selbst Ärzte und Sanitätskräfte, die die Verletzten behandelten, hätten sich der Gefahr staatlicher Repressalien ausgesetzt. Verhaftete Gegner des Präsidenten Baschar al-Assad seien regelmäßig misshandelt und in einigen Fällen zu Tode gefoltert worden. Zudem habe man Angehörige der Opfer genötigt, Erklärungen zu unterschreiben, in denen „terroristische Banden“ für den Tod ihrer Familienmitglieder verantwortlich gemacht werden. Donatella Rovera, Amnesty-Expertin für Krisengebiete, nannte das brutale Vorgehen gegen Zivilisten bei der Aleppo-Offensive „eine vorhersehbare Entwicklung“ angesichts der bisher dokumentierten Verbrechen. Amnesty International forderte beide Seiten im syrischen Bürgerkrieg auf, das humanitäre Völkerrecht zu beachten und die Zivilbevölkerung zu schonen.

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