Kabinett berät über Integration

Berlin (DT/dpa) Vor dem Hintergrund der Debatte über mangelnde Integrationsbereitschaft von Ausländern hat die Bundesregierung die bisherigen Eingliederungsmaßnahmen in einem Programm gebündelt. Die vom Bundesamt für Migration erarbeitete Bestandsaufnahme wurde am Mittwoch vom Kabinett gebilligt. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) sprach von einem „Beitrag zur Sachlichkeit in der öffentlichen Debatte um Integration“. Ziel des Programms ist es, die unterschiedlichen Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen zusammenzufassen und zu systematisieren. De Maiziere sprach von 10 bis 15 Prozent integrationsunwilligen Ausländern. „Das ist im internationalen Vergleich durchaus eine Zahl, die nicht so schlecht ist“, sagte der CDU-Politiker. „Zum ganzen Bild gehören eben auch die anderen 90 Prozent.“ Laut de Maiziere verlassen 6, 2 Prozent der Deutschen die Schule ohne Abschluss. Bei den Ausländern liege der Anteil dagegen bei 15 Prozent. Der wichtigste Punkt bei der Integration von Ausländern sei der Spracherwerb, betonte der Minister. Nach wie vor sprächen 1,1 Millionen Ausländer nicht ausreichend deutsch. Die seit 2005 angebotenen Integrationskurse wertete de Maiziere als Erfolg. 600 000 Menschen hätten inzwischen teilgenommen. Trotzdem zog de Maiziere eine durchwachsene Bilanz der Integrationsbemühungen. „Wir präsentieren hier keine Erfolgsbilanz, sondern ein differenziertes Bild der Wirklichkeit“, sagte er. Eine Kindergartenpflicht für Ausländer lehnte de Maiziere ab. „Kindergartenpflicht hieße nichts anderes als eine vorgelagerte Schulpflicht“, sagte er. Das würde hohe Kosten nach sich ziehen und wäre ein tiefer Eingriff in die Erziehungsaufgaben der Eltern. Das Bundesamt für Migration empfahl zudem, mehr Migranten für den Lehrerberuf zu gewinnen. Dem Bericht zufolge liegt ihr Anteil bei etwa 1, 2 Prozent – dabei sind aber nur die Lehrer mit ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst und nicht etwa solche mit deutschem Pass.

Themen & Autoren

Kirche