Iran: Todesstrafe für Demonstranten

Hamburg/Teheran (DT/dpa) Ein führender konservativer Kleriker im Iran hat nach den schweren Zusammenstößen der Staatsmacht mit Demonstranten die Todesstrafe für Anführer des Protests gefordert. „Ich rufe die Justiz zu einer deutlichen Konfrontation mit den Anführern dieser illegalen Demonstrationen auf und verlange die Todesstrafe für sie ohne jede Gnade“, sagte Ajatolloh Ahmad Chatami am Freitag während einer Gebetszeremonie. Zugleich griff er westliche Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien scharf an und warf ihnen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Irans vor. Der Geistliche gilt als Hardliner und Vertrauter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dessen umstrittene Wiederwahl vor zwei Wochen die Massenproteste im Iran ausgelöst hatte. Nach Angaben der Staatsmedien sind seitdem 17 Demonstranten und acht Mitglieder der Basidsch-Milizen, die treu zum Regime stehen, getötet worden. Chatami reagierte während des Freitagsgebets auch auf die Berichte über den Tod von Neda Agha-Soltan, die durch eine Videosequenz zu einer Ikone der iranischen Protestbewegung geworden war. Die Frau sei bewusst von Demonstranten erschossen worden, um Propaganda gegen das Regime machen zu können. „Sie wurde getötet, damit jemand wie (US-Präsident Barack) Obama Krokodilstränen vergießen kann, sagte der Ajatollah, der auch Mitglied des einflussreichen Expertenrates ist.

Erneut warf er westlichen Medien vor, Lügen über die Situation im Iran zu verbreiten. Chatami griff auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an, der sich bestürzt über die Ereignisse im Iran gezeigt hatte. „Du armseliges Ding, du redest von Menschenrechten im Iran, aber was ist mit den 400 unschuldigen palästinensischen Kindern, die in Gaza getötet wurden?“

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