Irak: Vatikan bittet um Unterstützung für Christen

Kardinalstaatssekretär Parolin: Rechte der Christen achten

Rom (DT/KiN) Bei einer Pressekonferenz anlässlich einer internationalen Konferenz des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ kürzlich in Rom rief Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin Gläubige und die Zivilgesellschaft weltweit dazu auf, die Rückkehr der Christen in der irakischen Ninive-Ebene zu unterstützen. Ausdrücklich würdigte Parolin den Einsatz von „Kirche in Not“: „Ihr Marshall-Plan für die Ninive-Ebene ist ein großes Zeichen Ihrer Sorge. Ein Zeichen, dass Sie sich der Dringlichkeit des Projekts bewusst sind sowie Ihrer bemerkenswerten Leistungs- und Organisationsfähigkeit.“

Unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“ unterstützt „Kirche in Not“ den Wiederaufbau in neun christlichen Dörfern, die zwischen 2014 und 2016 in der Hand des sogenannten „Islamischen Staates“ waren. 13 000 Gebäude sind dort beschädigt oder komplett zerstört. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau betragen rund 250 Millionen US-Dollar. Der Kardinalstaatssekretär betonte, dass der Heilige Stuhl keine Gelegenheit ausgelassen habe, um den vertriebenen Christen aus der Ninive-Ebene „die Rückkehr in ihre Heimat, geeignete Schutzmaßnahmen sowie die Achtung ihrer Würde zu ermöglichen“. Über 90 000 Christen halten sich nach wie vor im kurdischen Teil des Irak auf, wohin sie vor dem IS geflohen waren. Durch die Wiederaufbaumaßnahmen ist es gelungen, mittlerweile über 14 000 Christen in ihre Ursprungsregion zurückzubringen.

Trotz aller Aufbruchstimmung blute das Christentum im Irak und im gesamten Nahen Osten immer weiter aus. Darauf wies das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Patriarch Louis Raphael Sako, aus Bagdad hin. So sei die Zahl der Christen im Irak innerhalb weniger Jahre von eineinhalb Millionen auf heute weniger als 500 000 zurückgegangen.

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