Initiative für Frieden in Kirkuk

Kirkuk (DT/om) Auf Initiative des katholisch-chaldäischen Erzbischofs von Kirkuk (Irak), Louis Sako, ist am Donnerstag unter dem Motto „Lasst uns Brücken bauen für den Frieden“ ein Dialogdokument verabschiedet worden, das über fünfzig Vertreter des sunnitischen Islam ebenso wie arabische Stammesführer und Vertreter der Lokalregierung unterzeichneten. Gegenüber dieser Zeitung sagte Erzbischof Sako: „Wir Christen haben einen Auftrag zu Frieden und Versöhnung, der für alle Menschen gilt, nicht nur für Christen.“ In dem Text verpflichten sich die Unterzeichner, in der zwischen Kurden und der Bagdader Zentralregierung umstrittenen Stadt weiter friedlich zusammenleben zu wollen. Die erdölreiche Stadt im Norden des Irak verfügt über eine knappe kurdische Bevölkerungsmehrheit. Bereits für 2007 war ein Referendum vorgesehen, in dem über den Wechsel der Stadt zur Autonomen Region Kurdistan oder den Verbleib unter der Bagdader Zentralregierung abgestimmt werden sollte. Die Abstimmung war seither immer wieder verschoben worden. Kritiker werfen den Kurden vor, erst demografische Fakten durch Zuzug von Kurden und Absiedlung von Arabern schaffen zu wollen, um das Referendum beeinflussen zu können. In diesem Zusammenhang kommt es in Kirkuk seit Jahren zu Terrorangriffen. Die Unterzeichner des Dialogpapiers erteilten jeder Form von physischer und verbaler Gewalt eine klare Absage. „Gewalt wird die Situation nicht ändern und verbessern, sondern unsere Stadt im Gegenteil in einem See von Ungerechtigkeit, Benachteiligung und Unterentwicklung ertränken.“ Erzbischof Sako wird von den verfeindeten Parteien der Stadt wegen seiner persönlichen Integrität als Vermittler geschätzt. Sein Haus gilt als neutraler Ort der informellen Begegnung, weil die chaldäischen Katholiken aufgrund ihrer geringen Größe nicht als politisch relevanter Faktor betrachtet werden. Ihre Zahl wird auf 10 000 bis 12 000 Personen geschätzt, was vier Prozent der Bevölkerung Kirkuks entspricht.

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