Im Datenskandal wird ermittelt

Frankfurt/Main (DT/dpa) Zur Aufklärung des bundesweiten Skandals um Daten der Landesbank Berlin hat die Polizei in Frankfurt am Main eine Sonderermittlungsgruppe gebildet. Mehr als zehn Beamte sollten rekonstruieren, wie zehntausende vertrauliche Kreditkartendaten abhanden kommen konnten, sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt am Main am Montag. Der Datensatz war vermutlich bei einer Kurierfahrt vom Abrechnungsdienstleiter Atos Worldline in Frankfurt zur LBB verschwunden. Zu den Ergebnissen einer Befragung von Mitarbeitern der Landesbank und von Atos Worldline äußerte sich der Sprecher nicht. Es gebe aber noch keinen konkreten Tatverdacht. Nach wie vor ist unklar, ob die Kreditkartendaten – darunter Namen, Kontonummern und detaillierte Buchungsvorgänge – verloren gingen oder gestohlen wurden. Eine LBB-Sprecherin kündigte an, mit externen Sachverständigen die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Die Landesbank ist nach eigenen Angaben mit 1,9 Millionen ausgestellten Karten der größte Herausgeber unter den Banken in Deutschland. Sie stellt auch Karten für andere Firmen bereit, etwa den Automobilclub ADAC oder den Internet-Versandhändler Amazon.

Die Verbraucherzentralen prophezeiten „noch viele undichte Stellen“ und forderten von der Bundesregierung eine weitere Verschärfung des Datenschutzrechts. „Wir können durchaus davon ausgehen, dass hier noch viele undichte Stellen sind“, sagte der Sprecher des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Christian Fronczak, am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die Gesetzespläne der Regierung müssten in Bundestag und Bundesrat verändert werden, damit so wenig Daten wie möglich gesammelt würden und Datengeschäfte weniger lukrativ seien. Nötig sei ein Datensiegel, das den Weg der Weitergabe dokumentiere und den Widerruf einer Einwilligungserklärung erleichtere.

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