Im Blickpunkt: Gebetsstaffel für Priester

Von Regina Einig

Zeitlich dicht aufeinander folgen nun der Weltgebetstag für geistliche Berufungen am Sonntag und der erste Jahrestag der Seligsprechung Johannes Pauls II. am 1. Mai. Der Papst aus Polen hatte zwei Wochen nach seiner Wahl im Oktober 1978 ein persönliches Bekenntnis zum Rosenkranzgebet abgelegt. In den Vereinigten Staaten griffen einige Förderer geistlicher Berufe diese Anregung auf. Mit der „Gebetsstaffel für Priester“ riefen sie eine weltweite Initiative ins Leben.

Mitmachen können alle Generationen und Nationen. Sechzig Heiligtümer in sechzig Ländern sowie zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen beteiligen sich mittlerweile an der Initiative.

Am Herz-Jesu-Fest – es wird in diesem Jahr am 15. Juni gefeiert – beten Gläubige zeitversetzt rund um den Globus den Rosenkranz für Priester. Dass die Gebetsstaffel alljährlich an diesem Tag stattfindet, ist ebenfalls eine Hommage an den seligen Johannes Paul II.: Auf seinen Vorschlag hin wird dieses Fest als Weltgebetstag für die Heiligung der Priester begangen.

Die Gebetsstaffel gehört zum kostbaren Erbe des Papstes aus Polen. Zugleich beweist die Initiative, dass das Engagement kreativer katholischer Laien weltweite Kreise ziehen kann, ohne dass auch nur ein Cent Kirchensteuer ausgegeben wird. Viel wichtiger als Bares ist der wache Blick dafür, wie sich Medien im Sinne der Kirche für die Neuevangelisierung und die bessere Vernetzung der Gläubigen nutzen lassen. Der katholische Fernsehsender EWTN überträgt am 15. Juni live aus der Studiokapelle in Alabama. Twitter, Facebook und Youtube sind der kürzeste Weg zu weiteren Multiplikatoren. Im Jahr des Glaubens sind solche Ideen unbezahlbar, weil sie ohne besonderen finanziellen und personellen Aufwand über die Ländergrenzen hinweg umgesetzt werden können.

Im deutschsprachigen Raum ist die Gebetsstaffel für Priester zwar schon angekommen, aber vielerorts noch unbekannt: Daher sind die einschlägigen Informationen bisher nur auf einer englischsprachigen Homepage abrufbar: worldpriest.com.

Doch immerhin beteiligen sich bereits vier Wallfahrtsorte im deutschsprachigen Raum: In Deutschland Altötting und Maria Birkenstein, in Österreich Mariazell und in der Schweiz Einsiedeln. Sollten sie bis zum Herz-Jesu-Fest Verstärkung aus anderen Bistümern erhalten, wäre das nicht nur eine gute Nachricht im Marienmonat Mai, sondern auch ein posthumes Dankeschön an den seligen Johannes Paul II.

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