Hohe Erwartungen?

Nun also doch. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat Vertreter des „Arbeitskreises Engagierter Katholiken“ (AEK) zu einem Treffen eingeladen. Solche Gespächsangebote fallen nicht vom Himmel. Grundsätzlich nicht und in diesem Fall schon gar nicht. Der erst vor kurzem gegründete Arbeitskreis hat in den wenigen Wochen seines Bestehens eine Aufmerksamkeit erzeugt, an der man auch an der Spitze der CDU nicht mehr vorbeigehen kann oder will. Wahrscheinlich ist es beides.

Wer in der CDU gedacht haben sollte, die Angelegenheit AEK erledige sich von selbst, man müsse sie nur lange genug ignorieren, hat sich geirrt. Ignorieren hat nicht geholfen, darum heißt es jetzt: Miteinander reden. Aus der Gruppe engagierter Katholiken, die sich zu einem Arbeitskreis zusammenfanden, ist in kurzer Zeit eine Bewegung innerhalb der CDU geworden, die man schwerlich übersehen und überhören kann. Nicht nur die mediale Präsenz überrascht. Tausend Mitglieder haben sich dem AEK bereits angeschlossen. Ein deutliches Indiz dafür, dass dieser Arbeitskreis sich für ein Anliegen stark macht, das viele Stammwähler umtreibt. Dass bei allen Modernisierungsplänen in der Union auch wieder leidenschaftlich über das „C“ in der Programmtik von CDU und CSU gesprochen wird, hat auch zu einem guten Teil mit der Gründung des AEK zu tun. Darüber können sich selbst jene Christen freuen, die dem AEK skeptisch gegenüberstehen.

Merkels Gesprächsangebot ist gut und sinnvoll. Ergebnisse sind damit nicht vorgezeichnet. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat bereits vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Die Innovationskraft des „C“ zu entdecken, hat mit hohen Erwartungen aber gar nichts zu tun. Das sollte für eine moderne Volkspartei, die sich christlich nennt, selbstverständlich sein. Re

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