Höhepunkt im Jahr des Glaubens

Papst erneuert die Weihe der Welt an die Gottesmutter – Franziskus nimmt Fatima-Statue mit Kugel Ali Agcas in Empfang
Foto: dpa | Die Originalstatue aus Fatima wird an diesem Wochenende in Rom erwartet. Unser Foto entstand 2006, auch da wurde die Marienfigur nach Rom gebracht.
Foto: dpa | Die Originalstatue aus Fatima wird an diesem Wochenende in Rom erwartet. Unser Foto entstand 2006, auch da wurde die Marienfigur nach Rom gebracht.

Vatikanstadt/Würzburg (DT/KAP) Es ist einer der Höhepunkte der römischen Feierlichkeiten zum Jahr des Glaubens: Die FatimaFeiern am Samstag und Sonntag auf dem Petersplatz. Papst Franziskus wird am Samstag um 17 Uhr bei einer Rosenkranz-Gebetsfeier die Originalstatue der Muttergottes von Fatima in Empfang nehmen, die bis Montag in Rom bleiben soll. Am Sonntag, den 13. Oktober, wird der Heilige Vater die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens erneuern.

Der Transport der Orginalstatue aus Fatima erfolgt mit einer Sondermaschine der portugiesischen Fluglinie TAP. Zuletzt war die Marienstatue, in deren Krone die von Ali Agca 1981 auf Papst Johannes Paul II. gefeuerte Pistolenkugel eingearbeitet ist, im Jahr 2006 nach Rom gebracht worden.

Zentrales Ereignis der Fatima-Feiern in Rom ist die Eucharistiefeier mit Papst Franziskus am Sonntag um 10.30 Uhr, auf dem Petersplatz. Mehr als 100 000 Pilger werden dazu erwartet. In Fatima erschien im Jahr 1917 die Mutter Gottes den drei Hirtenkindern Francisco de Jesus Marto (1908-1919), Jacinta de Jesus Marto (1910-1920) und Lucia de Jesus dos Santos (1907-2005). Die Geschwister Marto waren im Jahre 2000 von Johannes Paul II. seliggesprochen worden, für Sr. Lucia ist das Seligsprechungsverfahren durch die zuständige vatikanische Kongregation im Gange.

Die erste Erscheinung fand am 13. Mai 1917 statt; das Ereignis wiederholte sich im Monatsrhythmus über ein halbes Jahr. Durch Mundpropaganda wurden die Kinder und der Ort berühmt. Tausende pilgerten nach Fatima. Am 13. Oktober 1917 kamen mehrere Zehntausend Menschen und beobachteten ein unerklärliches Sonnenphänomen. Danach endeten die Erscheinungen.

Die Fatima-Feiern in Rom sind eine Veranstaltung des Päpstlichen Rats zur Förderung der Neuevangelisierung. Ziel ist es, „aufzuzeigen, dass die Jungfrau Maria, die Muttergottes, die Ikone des Glaubens für jeden Gläubigen ist und dass sie in ihrem vertrauensvollen Gehorsam in den Willen des Vaters fähig war, wahrhaftige Wunder zu vollbringen“, heißt es in einer Erklärung des Organisations-Komitees. Es sei der ausdrückliche Wunsch des Heiligen Vaters, dass als „besondere Geste“ die Originalstatue aus Fatima nach Rom komme, heißt es in einem Brief des Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, an den Bischof von Fatima. Diese Statue sei für Christen in aller Welt eines der „bedeutendsten Zeichen“.

Schon unmittelbar nach seiner Wahl hatte Papst Franziskus seine besondere Verehrung der Muttergottes von Fatima zum Ausdruck gebracht. Im Mai ließ er sein Pontifikat der Jungfrau von Fatima weihen. Wie seine Vorgänger bewies auch der neue Heilige Vater damit seine enge Verbundenheit mit den Anliegen der Botschaft der Gottesmutter. Die Weihe vollzog der Patriarch von Lissabon, José Kardinal Policarpo, im Rahmen der Internationalen Wallfahrt. Die Jungfrau von Fatima möge das Herz des Papstes mit der Zärtlichkeit Gottes erfüllen, die sie selbst durch seinen Sohn erfahren habe, sagte Policarpo in dem Weihegebet, das er für den Papst verfasst hatte. Er stellte das Pontifikat Franziskus' als Bischof von Rom und für die ganze Welt in den Dienst der Muttergottes. Maria möge ihm die Gabe der Unterscheidung schenken und den Mut, ohne zu zögern dem Wort Gottes zu folgen, und Unterstützung in allen Schwierigkeiten, so Policarpo damals. Der Patriarch von Lissabon erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Dringlichkeit der Botschaften von Fatima. Die Umkehr der Menschen zur Liebe Gottes sei auch heute notwendig: „Gott vergibt uns, weil er uns liebt.“ Die Kirche solle ein Ort der Umkehr und der Verzeihung sein, ein Ort, an dem sich die Wahrheit in Liebe ausdrücke. Die stille Zwiesprache zwischen Papst Franziskus und der Gottesmutter möge auch ihn zu der Pilgerschaft ermutigen, die im dritten Fatima-Geheimnis für den weißgekleideten Bischof angedeutet sei, sagte Policarpo. In einem Dankesbrief für die Weihe seines Pontifikates an die Muttergottes rief Papst Franziskus jeden Einzelnen zu einer persönlichen, stillen Weihe an die Unbefleckte Empfängnis auf. Im Mai konnte Papst Franziskus nicht selbst nach Fatima kommen, jetzt kommt die Madonna aus Fatima zu ihm nach Rom.

Auch zahlreiche Wallfahrtsorte weltweit verbinden sich am Wochenende geistlich mit den römischen Feierlichkeiten – unter anderem Lourdes in Frankreich, Tschenstochau in Polen und Aparecida in Brasilien. Auch in Bistümern und Marienwallfahrtorten in Deutschland und Österreich finden Fatima-Feiern statt, etwa in Altötting oder Kevelaer. Ebenso in verschieden Bistümern. In Würzburg zum Beispiel macht sich der Bischof das Anliegen des Papstes zu eigen und lädt auf Initiative einiger marianischer Vereinigungen am Sonntag zu einem Marianischen Ehrentag im Jahr des Glaubens in den Kiliansdom ein. Nach dem Rosenkranz um 18.00 Uhr feiert Bischof Friedhelm Hofmann um 18.30 Uhr im Dom ein Pontifikalamt, dem sich eine Lichterprozession anschließt. In der Wiener Innenstadt wird die Fatima-Feier vom Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, Maximilian Heim, geleitet. Sie beginnt am Samstag um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in der Franziskanerkirche. Danach ziehen die Mitfeiernden mit der Statue in einer Lichterprozession über die Kärntnerstraße zum feierlichen Pontifikalamt in die Augustinerkirche.

Der katholische Fernsehsender EWTN überträgt am 12. Oktober ab 17.00 Uhr das Mariengebet live vom Petersplatz in Rom. Auch das Rosenkranzgebet im Anschluss und das Pontifikalamt mit Papst Franziskus am Sonntag ab 10.30 Uhr werden live von EWTN übertragen. Am Sonntag wird der Heilige Vater die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens erneuern. Mit der Weihe entspricht der Papst dem Wunsch der Jungfrau von Fatima, den sie gegenüber den Seherkindern geäußert hat.

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