Hebammen schlagen Alarm

Berlin/Osnabrück (DT/KNA) Zum gestrigen Internationalen Hebammentag haben deutsche Geburtshelferinnen Alarm geschlagen. Sie sehen die Betreuung Schwangerer zunehmend in Gefahr. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sichert unterdessen den Hebammen in Deutschland mehr staatliche Hilfe zu. „Hebammen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung von Schwangeren, Müttern und Familien“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag): „Das muss auch in Zukunft so bleiben, dafür kämpfe ich.“ Die Bundesregierung habe bereits wichtige Schritte getan, um die Arbeit dauerhaft zu unterstützen. Dazu gehörten etwa Verbesserungen bei der Bezahlung und Entlastungen bei der Haftpflichtversicherung. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) machte auf aktuelle Probleme aufmerksam: Immer mehr Kreißsäle würden geschlossen, und die Geburtshilfe sei seit Jahren unterfinanziert und leide unter zunehmendem Personalmangel. Durch Zeitdruck und eine zu hohe Arbeitsbelastung steige das Fehlerrisiko, warnte die Präsidentin des Verbands, Martina Klenk, in Berlin: „Es geht um Menschenleben.“ Nach Angaben des Verbands planen die Gesetzlichen Krankenkassen „massive Einschränkungen bei den Beleghebammen, die die Betreuung von 20 Prozent aller Geburten in Klinken gefährden würden“. DHV-Präsidentin Klenk sagte, die Geburtshilfe dürfe „nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten geplant werden, denn jede Geburt braucht Zeit und individuelle Begleitung“. „Hebammen brauchen eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen“, forderte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Unter anderem müsse eine Eins-zu-Eins-Betreuung von Müttern während der Geburt möglich sein: „Es kann nicht sein, dass Hebammen drei oder mehr Frauen während der Geburt gleichzeitig betreuen müssen.“ Außerdem bräuchten Familien auch nach der Geburt viel Unterstützung, „dafür wollen wir den Anspruch auf Haushaltshilfe in der Wochenbettphase ausweiten“. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft machte die Form der Finanzierung, also „die Kalkulationsmethodik für die Fallpauschale“, für die Schließung der Kreißsäle verantwortlich.

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