Kommentar um "5 vor 12"

Haseloff siegt dank klarer Aussagen

Der Osten der Bundesrepublik ist kein „failed state“, meint Matthias Pankau, Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, in einem Gastkommentar. Und er erklärt, warum Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt wiedergewählt wurde.
Nach der Landtagswahl Sachsen-Anhalt
Foto: Sebastian Willnow (dpa-Zentralbild) | Dass die Union in Sachsen-Anhalt jetzt so gut abschnitt, hat sie ganz wesentlich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zu verdanken, meint Matthias Pankau.

Marco Wanderwitz (CDU) steht derzeit massiv in der Kritik. Als Ostbeauftragter der Bundesregierung hatte er wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erklärt, Ostdeutsche stünden stärker in der Gefahr, rechte Parteien zu wählen als Westdeutsche: „Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach 30 Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind.“ 

Der Osten ist nicht so angepasst

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Wie bitte? Wanderwitz, Jahrgang 1975, stammt selbst aus Sachsen. Er sollte wissen, wer 1989 ganz wesentlich zum Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs beitrug. Es waren zu einem wesentlichen Teil Bürger, die eben nicht obrigkeitshörig und „diktatursozialisiert“ waren, sondern die aus ihrem Gewissen und ihrem christlichen Glauben heraus handelten.

Nein, der Osten unseres schönen Landes ist kein „failed state“, wie das hin und wieder gern behauptet wird. Die meisten Menschen dort haben einen wachen Geist, was sie mit dem Großteil der Mitbürger im Westen verbindet. Der Unterschied: Der Osten ist auch 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung nicht so angepasst. Politische Korrektheit ist vielen ein Dorn im Auge. Gender- und Quoten-Debatten sind den Menschen fremd, weil sie mit deren Lebensrealität nichts zu tun haben.

Ein Gespür dafür, was die Menschen bewegt

Dass die Union in Sachsen-Anhalt jetzt so gut abschnitt, hat sie ganz wesentlich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zu verdanken. Der fromme Katholik hat ein Gespür dafür, was die Menschen an der Basis bewegt und was nicht. So kritisierte er öffentlich die sogenannte „Bundesnotbremse“. Er blieb standhaft, als es um die Erhöhung der GEZ-Gebühren ging. Auch zur Gender-Sprache hat der Landesvater eine eindeutige Meinung: „Wie das geradezu missionarisch durchgedrückt wird, nervt viele Leute.“ Mit klaren Aussagen wie dieser hat er auch jene Menschen erreicht, die andere Politiker wie Marco Wanderwitz bereits verloren gegeben haben. 

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Der Autor ist Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar) und ist ordinierter Pfarrer im Ehrenamt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

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