Würzburg

Haseloff: „Können nicht mit der AfD zusammenarbeiten“

Die CDU müsse verlorene Wähler zurückgewinnen, meint Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff. Im exklusiven Gespräch mit der „Tagespost“ erklärt er, warum man sich der AfD dafür nicht annähern werde – und was er unter „konservativ“ versteht.
Reiner Haseloff im "Tagespost"-Interview
Foto: Peter Gercke (ZB) | Eine klare Strategie im Hinblick auf die innere Sicherheit gehöre genauso zu einem konservativen Profil wie ein klares Bekenntnis und ein aktives Eintreten für den Rechtsstaat, so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident ...

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus. „Das ist ein grundsätzlicher Punkt. Wie die AfD Themen besetzt, auch von ihrer Sprache her, da muss ich sagen: Das will ich nicht mehr haben“, erklärt der CDU-Politiker im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir haben aus der Geschichte gelernt. Deswegen können wir nicht mit der AfD zusammenarbeiten.“

"Wir dürfen keine
programmatischen Lücken lassen"

Dies ändert für den 65-Jährigen aber nichts an der Tatsache, dass man die Wähler zurückgewinnen müsse, die sich von der CDU abgewandt hätten. Hier gelte: „Wir dürfen keine programmatischen Lücken lassen.“ Wohin es führe, wenn sich die eigenen Stammwähler nicht mehr angesprochen fühlen, könne man derzeit an der SPD beobachten. Er halte sehr viel vom „Weitblick eines Franz Josef Strauß“, betont Haseloff. „Und der hat gesagt: ,Rechts von CDU und CSU darf es keine demokratische Partei geben.'“ Das halte er auch heute noch für richtig.

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Auf die Frage, was es für ihn bedeute, konservativ zu sein, antwortet Haseloff, der selbst katholisch ist, dass es sich dabei um einen sehr breiter Begriff handle. Eine klare Strategie im Hinblick auf die innere Sicherheit gehöre genauso zu einem konservativen Profil wie ein klares Bekenntnis und ein aktives Eintreten für den Rechtsstaat. Eine eindeutige Botschaft, so der Ministerpräsident, komme aber vom „C“. „Die CDU ist durch das christliche Menschenbild geprägt. Deswegen würde ich auch konservativ mit ,C' schreiben.“

"Die CDU ist durch das christliche
Menschenbild geprägt. Deswegen würde
ich auch konservativ mit ,C' schreiben"

Darüber hinaus verweist Haseloff auf den „klaren Gottesbezug“ in der Landesverfassung Sachsen-Anhalts. „In Verantwortung vor ihm habe ich auch meinen Amtseid als Ministerpräsident geschworen.“ Dafür, dass Gott wieder eine solch zentrale Stellung in der Verfassung bekomme, habe man auch schon im Rahmen der „Friedlichen Revolution“ vor 30 Jahren gekämpft. „Insofern schließt sich hier der Kreis bei mir.“

DT/mlu

Wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff die Wähler zurückgewinnen will, die sich von der CDU abgewandt haben, erfahren Sie in der kommenden Wochenausgabe der Tagespost.

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