Glosse: Zum Weinen und zum Lachen

Dass die Grenzen zwischen Politik und Kabarett fließende sind, weiß die Welt spätestens seit dem Vorwahlkampf um die US-Präsidentschaft. Und die Erkenntnis, dass einem das Lachen dabei auch durchaus vergehen kann, ist nun auch schon mehr als hundert Tage alt. Kaum ein Tag vergeht, an dem der demokratisch gewählte Spaßvogel im Weißen Haus einen nicht zu Tränen des Mitleids rührt. Dabei ist Donald Trump keinesfalls der einzige, mit dem Beobachter des Weltgeschehens Mitleid haben könnten. Ganz hoch im Kurs steht hierzulande etwa Martin Schulz. Nachdem seine Genossen im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen den Schulz-Zug zum Entgleisen brachten, arbeitete sich am Wochenende jetzt auch noch Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an ihm ab. Via Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ließ der frühere Finanzminister, der demnächst als Kabarettist durch die Lande tourt, die Republik wissen, Schulz's 100-Prozent-Wahl zum SPD-Parteichef sei „vergiftet“ gewesen. Die Wähler würden sich fragen: „Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?“ Nicht, dass Steinbrück da völlig falsch läge. Nur fragt man sich, warum Marcus Iunius Steinbrück-Brutus sich kein anderes Thema sucht, um sein neues Kabarett-Programm zu bewerben. Zählt Solidarität unter Sozialdemokraten denn gar nichts mehr? Ist auch für einen Sozi inzwischen nur Bares noch Wahres? Und was wird jetzt Peter Putin-der Große machen? Muss der Kreml-Chef die Destabilisierung des Bundestagswahlkampfs nun nicht für rausgeschmissenes Geld halten? Fragen über Fragen. Sicher ist nur: Diana Merkel-Prince hat allen Grund zum Lachen. Stefan Rehder

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