Glosse: Weniger macht es leichter

„Früher wusste man: Wenn man Erster wird, spielt man gegen den Zweiten der Gruppe B, C oder D. Jetzt weiß man fast gar nichts.“ So skeptisch beurteilte Joachim Löw das Spielsystem der EM 2016 und das erfolgreiche Abschneiden der deutschen Mannschaft in der Vorrunde – inzwischen weiß der Bundestrainer etwas mehr und könnte beruhigt sein: Gruppensieger Deutschland spielt am Sonntag im Achtelfinale gegen die Slowakei, also einen vermeintlich schwächeren Gegner. Doch so richtige Erleichterung können deutsche EM-Experten (und wohl auch Löw) dabei nicht empfinden. Dank einiger Außenseiter-Siege in der Vorrunde stellt der sogenannte „Turnierbaum“, der einen Überblick auf die potenziell anstehenden Spiele bis zum Finale gewährt, nämlich einen für Deutschland extrem schwierigen Weg in Aussicht. England, Frankreich, Spanien oder Italien – mit zwei dieser europäischen Fußball-Giganten werden Boateng & Co. sich – angenommen sie schlagen die Slowakei – schon VOR dem Finale messen müssen. Losglück sieht irgendwie anders aus. Im Endspiel wäre dann gegen die Schweiz, Kroatien, Portugal, Wales, Nordirland, Ungarn, Belgien oder Island aber wieder Zeit zur Erholung und zum entspannten Reüssieren. Oder gibt es gar eine Wiederauflage des Vorrunden-Spiels Deutschland-Polen? Momentan sieht es jedenfalls so aus, dass der Vorgruppenzweite Polen das wesentlich leichtere Programm bis zum Finale hat. Was die bisherige Ladehemmung bei Spielern wie Milik oder Lewandowski in wichtigen Momenten erklären würde. Die Polen waren einfach cleverer und haben den Turnierbaum besser studiert. Mit dem Ergebnis: Weniger macht es leichter. Stefan Meetschen

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