Glosse: Technik, Tempo und Tore

Von Stefan Meetschen

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und nach zwei Halbfinal-Begegnungen nicht die Finalisten bestimmen, doch nach den rauschenden Champions League-Nächten des FC Bayern München (4:0 gegen den FC Barcelona) und von Borussia Dortmund (4:1 gegen Real Madrid) lässt sich ohne Übertreibung sagen, dass die deutschen Teams zumindest gute Chancen haben, das Finale am 25. Mai in London zu bestreiten. Wenn man die internationale Presse studiert, so scheint daran niemand zu zweifeln. „Genau das, was sich jeder in Wembley erhofft hat: Das erste rein deutsche Europapokalfinale“, jubelt der britische Daily Mail. „Die Deutschen fegen in der Champions League alles weg“, applaudiert O Jogo in Portugal, während der französische Le Parisien lobt: „Sie sind sehr stark, diese Deutschen. In zwei Halbfinals der Champions League hat sich die geopolitische Lage im europäischen Fußball gezeigt.“

Womit wir bei der Politik wären und feststellen müssen, dass es so schlecht um das deutsche Image in Europa gar nicht bestellt ist. Nach all den Protesten gegen Rettungsschirme und Stabilitätsmechanismen zeigt sich: Wenn die Deutschen einfach nur Technik, Tempo und Tore machen, sind sie beliebt. Franzosen (Ribery), Holländer (Robben), Polen (Lewandowski et cetera) integrieren sich gerne in deutsche Teams, weil sie wissen, am Ende gewinnen immer die Deutschen. Hier liegt beim Finale das Problem: Einer muss, typisch Wembley-Stadion, verlieren. Oder kauft der FC Bayern vor Spielbeginn noch schnell die restlichen Dortmunder Spieler? Stefan Meetschen

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