Glosse: Pflanzt Bäume, rettet den Planet

Von Bernhard Huber

Felix Finkbeiner ist 15 Jahre alt, und hat ein großes Ziel: Die Klimagerechtigkeit. Als er sich mit neun Jahren im Zusammenhang mit einem Referat mit der Klimakrise befasste, erwachte in ihm die Erkenntnis, „wie wir Kinder die Welt retten“ und startete sogleich die Initiative „Plant for the planet“. Dabei geht es ihm nicht um irgendeine Pflanze, um die Ackerwinde etwa oder den Löwenzahn, die sich in den meisten Weltgegenden, vor allem in heimischen Gärten, quasi von selbst pflanzen. Nein, Bäume, viele Bäume, ganz viele Bäume, ganz genau 1 000 Milliarden Bäume sollen der Welt ihre CO2-vertilgenden Kronen aufsetzen. Der Haken dabei ist allerdings, dass nicht jeder von uns sieben Milliarden Erdenbewohnern einen oder auch mehrere Bäume bei sich herumstehen hat, die er auf einer baumfreien Grünfläche einpflanzen könnte. Abgesehen davon, dass das in den meisten Ländern verboten sein dürfte, kommen so auch keine 1 000 Milliarden Bäume zusammen.

Dass hehre Ansprüche und schnöde Wirklichkeit keine Gegensätze sein müssen, wissen wir durch Ursula von der Leyen, die es als ehemalige Familienministerin mit dem Ausbau der Krippenbetreuung vorgemacht hat. Als erstes muss die UNO einen Rechtsanspruch auf einen Pflanzplatz für 1 000 Milliarden Bäume völkerrechtlich verankern, und die Forstverwaltungen aller Länder haben bis zu einer bestimmten Frist die entsprechenden Flächen bereitzustellen. Andernfalls werden Schadensersatzzahlungen fällig, über die der internationale Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet. Schließlich müssen die Bäume beschafft werden. Dazu empfiehlt sich eine PR-Kampagne nach dem Motto „Spend a plant for the planet“. Und schon bald sehen wir vor lauter Bäumen den Planeten nicht mehr.

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