Glosse: Mit Schalke für den Weltfrieden

Von Stefan Meetschen

Was für ein Durcheinander. Die EU verhängt Sanktionen gegen Russland, die Vereinigten Staaten schicken Kampfjets ins Baltikum, wobei der amerikanische Verteidigungsminister Litauen und Lettland verwechselt, und die Bevölkerung auf der Krim sehnt sich mehrheitlich offenbar nach einem Anschluss an die Russische Föderation – zum Missfallen der neuen ukrainischen Staatsführung, die aber von Russland, das die Halbinsel de facto, und wie die Bundeskanzlerin kritisiert, mit einem „Verstoß gegen das Völkerrecht“ annektiert hat, als „illegal“ eingestuft wird, da sie nicht demokratisch an die Macht gekommen sei, sondern durch einen „Putsch“. Als wäre dies nicht verwirrend genug, mischt sich jetzt auch noch Schalke 04 in die diplomatisch-militärischen Verwicklungen mit ein. Die Fans fordern die eigene Vereinsführung dazu auf, sich von Wladimir Putin zu distanzieren. Immerhin wird der Club seit Jahren vom russischen Konzern „Gazprom“ gesponsort. Der Kontakt von Schalke-Präsident Tönnies zu Putin, der über dem nach Gelsenkirchen fließenden Geld seine Hände hält, gilt als gut. Eigentlich war ein S04-Besuch in Moskau geplant. Daraus wird jetzt wohl nichts. Dabei wären die Schalker das ideale Team, um den Frieden zu sichern. Wer so überzeugend als Kanonenfutter für Real Madrid und Bayern München dient, kann auch einer russischen Auswahl einen Kantersieg bescheren. Ein Zeichen der Stärke, das Putin jetzt braucht. Also, liebe „Knappen“, wenn ihr doch noch einen Titel wollt, versucht es als Meister des Weltfriedens.

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