Glosse: In peinlicher Mission

Waffen in Krisengebiete zu liefern – ein heikles Thema. Zumal wenn der Lieferant die Bundesregierung ist, die sich den eigenen Kriegswaffenexport selbst genehmigt. Heikel aber auch, wenn man verkündet, dass man Waffen liefern will, die Empfänger jedoch warten lässt, weil das eigene Material nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. So geschehen bei der deutschen Unterstützung für die Kurden im Irak, denen man beim Kampf gegen die Terrorgruppe IS helfen will. Erst gab es einen Defekt bei der Transportmaschine. Dann konnten sieben Ausbilder der Bundeswehr wegen fehlender Genehmigung nicht in den Irak einreisen und saßen fast eine Woche in Bulgarien fest. Der Grund: Die zunächst vorgesehene Transall-Maschine musste wegen technischer Probleme zweimal ausgetauscht werden. Bei der schließlich eingesetzten Maschine stimmte die Flugzeugkennung nicht mit dem überein, was man den irakischen Behörden übermittelt hatte. Am Donnerstag landete endlich ein Bundeswehrflieger im Irak. Ohne Panzerfäuste, Gewehre und Munition, dafür mit der Geheimwaffe Ursula von der Leyen. Die Ministerin hatte aber nur wenig Zeit, weil sie kurdische Peschmerga-Kämpfer in Hammelburg treffen wollte. Jetzt wurde der Termin abgesagt: Die Bundeswehr schafft es nicht, die Kurden rechtzeitig nach Deutschland zu bringen. Gar nicht so einfach, eine hochmotivierte PR-Abteilung und eine Armee zum Spartarif unter einen Hut zu bringen. Stefan Meetschen

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19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer