Glosse: Eine Umfrage, eine Umfrage!

Von Andreas Wodok

Geht es Ihnen auch so? Verschlingen Sie auch jede dieser allgegenwärtigen und manchmal sogar repräsentativen Umfragen, mit denen Meinungsforscher und andere Neugierige herausfinden wollen, wie der Mensch so tickt? Im Moment – laut Kalender ist Sommer! – geht es natürlich viel ums Reisen, also fragte ein deutsches Internetportal seine Besucher, wie und wo sie am liebsten urlauben. 58 Prozent entschieden sich für Städtereisen und 44 Prozent für Strandurlaub. Damit war das Maß eigentlich schon übervoll, trotzdem votierten noch 60 Prozent für eine Rundreise, die Berge oder eine Kreuzfahrt, zwei Prozent blieben auf Balkonien und sechs Prozent machten ihr Kreuzchen bei „Sonstiges“ – wo auch immer das liegt. Umfragen und Rankings kommen deshalb so gut an, weil sie den Menschen helfen, sich einordnen. Bin ich normal? Oder bin ich zu klein, zu dick, zu dumm? Und manchmal helfen sie uns sogar, viel Geld zu sparen. Das US-Internetportal Price-of-Travel zum Beispiel hat gerade die Taxikosten in internationalen Metropolen verglichen und Erstaunliches herausgefunden. So kostet eine Fahrt von drei Kilometern, tagsüber und bei normalem Verkehrsfluss, in Berlin und München umgerechnet rund acht Dollar. Für die gleiche Fahrt verlangt ein Taxifahrer in Athen allerdings nur vier Dollar, und auch sein Prager Kollege ist mit sechs Dollar noch günstig. Unschlagbar billig aber ist die nordindische Metropole Delhi, wo die Fahrt schon für 80 Cent zu haben ist. Deshalb auf zur Drei-Kilometer-Schnäppchenfahrt nach Indien, dort lassen sich 90 Prozent der Kosten einsparen. Noch besser dran sind die Züricher: Weil die Fahrt dort mehr kostet als in jeder anderen Metropole, umgerechnet 20 Dollar, sparen die Eidgenossen in Delhi sogar 96 Prozent. Also, macht vürschi, hopp!

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