Glosse: Die Kerzen und der „Ruß-Index“

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Ab Sonntag ist es wieder soweit, vorausgesetzt, die EU spielt mit! Die durch Bananen- und Gurkenkrümmungsvorschriften bekannt gewordene EU-Kommission hat nämlich ein umfassendes Dokument an den Europäischen Rat und das EU-Parlament gereicht, in dem die Sicherheitsanforderungen für „Kerzen, Kerzenhalter, Kerzenbehälter und Kerzenzubehör“ geregelt werden. Es gibt in der Welt in punkto Sicherheit zurzeit ja nichts Dringenderes, womit sich Europas Spitzenfunktionäre beschäftigen müssten. Und so heißt es in den Richtlinien laut KNA, dass „frei stehende Kerzen oder Kerzen, die mit einem Halter oder Behälter geliefert werden“, während „des Abbrennens stabil bleiben“ müssen. Sprich: Sie dürfen nicht umkippen. Ferner warnt die EU-Kommission, brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt zu lassen und den „Ruß-Index“ einzuhalten („keine sichtbare Freisetzung von Ruß“). Damit diejenigen, die schon lesen können, aber nicht wissen, wie man richtig mit einer Kerze umgeht, zukünftig besser informiert sind, schlägt die EU-Kommission außerdem vor: „Die Aufmachung des Produkts und dessen bildliche Darstellung sowie alle bereitgestellten Informationen dürfen die Risiken für die potenziellen Nutzer nicht verharmlosen.“ Bloß gut, dass es vermutlich Jahre dauern wird, bis diese Richtlinien von allen EU-Instanzen akzeptiert werden und Inkraft treten. Solange verbinden wir die Adventszeit mit der Weisheit Antoine de Saint-Exuperys: Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs, sondern das Licht. Stefan Meetschen

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