Glosse: Der wahre Zaubertrank

Seit mehr als 50 Jahren bewundern wir die Helden eines kleinen gallischen Dorfes, die sich der römischen Besatzung nicht beugen wollen: Den kleinen Krieger Asterix, seinen Freund Obelix, der nicht ganz so clever ist, aber ungemein kräftig (nicht dick!), sowie Häuptling Majestix, der nur die Angst kennt, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könne. Jetzt ist ein neuer Band der Comic-Helden erschienen, „Der Papyrus des Cäsar“, und das Werk wimmelt nur so von Anspielungen auf aktuelle Medien- und Kommunikationsphänomene. Julius Cäsar hat nämlich einen verwegenen Plan: Er will das unbeugsame Dorf einfach aus seinem Buch („Kommentare zum Gallischen Krieg“) streichen und damit die kommunikative Deutungshoheit über die verfahrene Situation zurückgewinnen. Doch so einfach funktioniert es nicht. Ein Whistleblower reicht das Kapitel, das verschwinden soll, an einen Journalisten weiter, der die Gesichtszüge von Julian Assange („Wikileaks“) trägt. Als die Gallier erfahren, dass man ihre Geschichte tilgen will, ist die Empörung groß. Tauben werden als strategisch wichtige Kurznachrichtenübermittler eingesetzt. Die Weisheit des Druiden Miraculix kommt erneut zum Zuge. Am Ende gewinnen sie natürlich. Sodass auch der nächste Band mit der berühmten Einleitung beginnen kann: „Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ...“. Aber Moment mal! Wo ist in all den Jahren eigentlich Christus geblieben? Wird es nicht höchste Zeit, dass Asterix & Co. den wahren Zaubertrank des Lebens entdecken? Stefan Meetschen

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