Glosse: Archäologe für 8,48 Euro brutto

Normalerweise ist dies nicht der Ort, an dem Stellenanzeigen aufgegeben werden können. Aus gebotenem Anlass machen wir diesmal eine Ausnahme: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster, öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber im rot-grün regierten NRW, sucht zum 1.2.2014 einen Archäologen oder eine Archäologin „mit abgeschlossenem Hochschulstudium in den Fächern Vor- und Frühgeschichte oder Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (Magister, Master, vorzugsweise mit Promotion)“. Verlangt werden: „epocheübergreifende Materialkenntnisse von Fundgut aus archäologischen Ausgrabungen; möglichst Erfahrung in wissenschaftlicher Fundbearbeitung und Inventarisation, ausgeprägtes Interesse an der Arbeit mit archäologischen Funden“. Gefordert werden zudem „gutes Ausdrucksvermögen in der deutschen Sprache sowie umfassende Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung, sehr gute EDV-Kenntnisse (MS-Office-Paket) mit Schwerpunkt Datenbanksysteme“. Erwartet wird ferner ein „freundlicher und serviceorientierter Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, Fremdsprachenkenntnisse sowie die Fähigkeit zum strukturierten Arbeiten, Genauigkeit und Sorgfalt, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Engagement und Eigeninitiative“ sowie ein „Führerschein der Klasse B“. Dafür bietet der Verband eine auf zwei Jahre befristete Stelle sowie ein Gehalt von 1 323,43 Euro brutto. Ergibt bei der geforderten 39-Stunden-Woche einen Stundenlohn von 8,48 Euro brutto. Vielleicht haben wir die SPD-Forderung eines flächendeckenden Mindestlohns von 8,50 Euro für Friseure und Taxifahrer aber auch nur nicht richtig verstanden? Stefan Rehder

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