Glosse: Alles läuft nach Plan

Von Stefan Meetschen

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.“ Wie praktisch, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der EURO 2012 auf das WM-Lied von 2006 zurückgreifen kann. Obwohl man nach den Niederlagen gegen Frankreich und den ewigen Angstgegner Schweiz natürlich als haushoher Favorit gen Osten reist. Die Gruppengegner Dänemark, Holland und Portugal haben am vergangenen Wochenende auch enttäuscht. Der amtierende Europa- und Weltmeister Spanien hat seinen Zenit überschritten. Im italienischen Trainingscamp laufen Razzien.

Null Problemo also für Löws Technik-Virtuosen, nach 16 Jahren mal wieder einen Titel für Deutschland zu holen. Zumal Torhüter ter Stegen zur Stabilisierung der Abwehr nicht mitreist und das Team über hervorragende psychologische Betreuer verfügt. Der Bayern-Block steht nach dem Final-Fiasko von Berlin und München unter 24-stündiger Dauer-Supervision. Lukas Podolski ist nach dem Kölner Abstieg mental wie ausgewechselt, zumal er im Geburtsland (man erinnere sich an das 2:0 gegen Polen 2008) sowieso immer so frei und locker aufspielt und jubelt. Worauf kann man bauen? Mit Blick auf Bundesliga-Saison und DFB-Pokal-Finale auf den Dortmund-Block. Piszczek, Blaszczykowski und Lewandowski machen einen sehr gefestigten, frischen Eindruck. Motivation und Selbstbewusstsein stimmen. Pech nur, dass es mit der Umbürgerung bis zum 8. Juni nicht mehr klappen wird. Sie spielen für Polen. Da kann man nur hoffen, dass die psychologischen Betreuer des DFB auch ihrerseits ausreichend psychologisch betreut werden. Und Jogi Löw? Er kann nur gewinnen. Letztendlich ist die EURO 2012 nur ein Test für die WM 2014. Kein Grund zur Sorge. Alles läuft nach Plan.

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