REGENSBURG

„Glaube ist die beste Prophylaxe gegen Nationalismus“

Bischof Rudolf Voderholzer sieht im christlichen Glauben eine Kraft zur Versöhnung.

Bischof Rudolf Voderholzer
Im christlichen Glauben sieht Rudolf Voderholzer die Grundlage für Völkerverständigung und Frieden in Europa. Foto: Bistum Regensburg

Als „verhängnisvolle Weichenstellung“ bezeichnet der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, den „übersteigerten Nationalismus, der seit dem frühen 19. Jahrhundert ganz Europa infizierte“. Dieser habe vorhandene Differenzen und Spannungen, etwa zwischen Deutschen und Tschechen in Böhmen, verhärtet und „in Feindseligkeit und völliges gegenseitiges Unverständnis und Misstrauen verkehrt“. Dass auch die gemeinsame Zugehörigkeit zur Kirche und die gemeinsame Volksfrömmigkeit die Versuchung zum Nationalismus nicht aufhalten konnten, beschäftige ihn sehr, so Voderholzer in einem Beitrag, der am Donnerstag in der „Tagespost“ erscheint. 

Bleibende Aufgabe

Bischof Voderholzer sieht eine bleibende Aufgabe darin, die gemeinsamen Wurzeln im Glauben zu suchen, zu pflegen und mit Leben zu erfüllen. Er ist überzeugt: „Der christliche Glaube, besonders in der Gestalt der katholischen Kirche, die wegen ihrer Internationalität gegenüber aller nationalistischen Vereinnahmung und politischen Instrumentalisierung am meisten gefeit ist, ist die beste Rassismus- und Nationalismus-Prophylaxe, die es gibt.“ 

Im christlichen Glauben liege „nicht nur die Kraft zur Versöhnung angesichts einer von Unverständnis, Misstrauen und Schuld überschatteten Geschichte, sondern mehr noch die Grundlage für Völkerverständigung und Frieden in einem Europa der Regionen auf der Grundlage der Religion des Kreuzes“, schreibt der Bischof von Regensburg. DT/sba

Lesen Sie den ganzen Beitrag von Bischof Voderholzer und ein Interview mit dem früheren tschechischen Kulturminister Daniel Herman am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

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