Gläubige haben mehr Kinder

Wien (DT/KAP) Zwischen Religiosität und Realisierung des Kinderwunsches besteht in Österreich ein klarer Zusammenhang: Das zeigen erste für Österreich repräsentative Zwischenergebnisse einer internationalen Umfrage („Generations and Gender Survey“), die am Montag in Wien präsentiert wurden. Laut der Familienstudie wünschen sich Menschen, die wöchentlich den christlichen Gottesdienst, die Synagoge oder Moschee besuchen im Durchschnitt 2,7 Kinder; bei jenen, die keinen Gottesdienst besuchen, liegt dieser Wert bei genau zwei. Religiöse Menschen setzen ihren stärker ausgeprägten Kinderwunsch aber auch um: So bekommen Personen ohne Bekenntnis im Mittel 1,3 Kinder, während katholische Kirchgänger im Schnitt 1,8 Kinder haben.

Religiöse Menschen bringen auch häufiger als Nichtreligiöse zwei oder drei und mehr Kinder zur Welt und bleiben seltener kinderlos. „Die praktizierte Religiosität hat einen klaren Einfluss“, sagt der Leiter des Instituts für Familienforschung der Universität Wien, Wolfgang Mazal: „Wer sich offensichtlich in einer Gruppe und in einer Gemeinschaft wohl fühlt, realisiert seinen Kinderwunsch eher, als wenn er außen steht.“ Hinzu kommen laut Studie die zentrale Bedeutung von Familie und Kindern sowie die Hochschätzung der Ehe im Christentum. Unter katholischen Gläubigen wirkt demnach auch das Verbot künstlicher Verhütung und von Abtreibung geburtenfördernd. Im Detail liegt die ideale Kinderzahl – wie viele Kinder man im Leben bekommen möchte – bei Menschen ohne Bekenntnis in Österreich bei 1,9. Katholiken und Evangelische wünschen sich im Schnitt 2,15, Orthodoxe und Muslime sogar 2,6 Kinder. Die Daten der vom Institut für Familienforschung und dem Demographischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geplanten Familienstudie hat die Statistik Austria erhoben. In Interviews wurden 3 000 Frauen und 2 000 Männer im Alter von 18 bis 44 Jahren in Österreich befragt. Im internationalen Vergleich ist der Kinderwunsch in Österreich zwar relativ hoch, er wird allerdings seltener realisiert als etwa in Frankreich.

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