Polyamorie

Französische Organisation wirbt für Polyamorie unter Kindern

Die feministische französische Familienplanungsorganisation „Planning familial“ hat die Werbekampagne „MonEducSex“ für Kinder und Jugendliche gestartet, mit der Polyamorie als glücklich machende Form des Zusammenlebens dargestellt wird.

Zwei Menschen zeichnen sich bei Sonnenuntergang am Ufer der Elbe als Silhouette ab.
Klassische Paarbeziehung im Schussfeld von Feministinnen: "Auch wenn das polyamore Modell weniger weit verbreitet sei, dann deshalb, weil es in Büchern und Filmen nicht gezeigt werde", erläutert die Organisation "Planning familial". - Symbolbild. Foto: Sebastian Kahnert (dpa-Zentralbild)

Seit einigen Tagen wird in den sozialen Netzwerken eine heftige Debatte geführt. Anlass ist – laut Figaro - die von der französischen Familienplanungsorganisation „Planning familial“ ins Internet gestellte „Aufklärungskampagne“ „MonEducSex“, die sich an Kinder und Jugendliche richtet. Einer der bei Facebook kontrovers diskutierten Slogans lautet dabei: „Zu wissen, dass ich das Recht habe, auf dem Pausenhof zu spielen, ist gut. Zu wissen, dass ich das Recht habe, mehrere Liebhaber*innen zu haben, auch“. 

Das Motto wird von der feministischen Organisation näher erläutert: „In der Liebe gibt es viele Möglichkeiten! Egal, ob man Kind oder erwachsen ist – es ist möglich, seine Liebhaber*innen oft zu wechseln oder auch mehrere Liebhaber*innen gleichzeitig zu haben. Ein Paar zu sein und in einer aus zwei Personen bestehenden Beziehung zu leben, ist ein Modell, aber nicht das einzige“.

Aufklärungskampagne

Weiter erläutert „Planning familial“: Auch wenn das polyamore Modell weniger weit verbreitet sei, dann deshalb, weil es in Büchern und Filmen nicht gezeigt werde. Daraus zieht die Organisation den Schluss: „Wenn alle Menschen darüber Bescheid wüssten und einverstanden wären, kann dies jeden sehr glücklich machen! Mehr Menschen und mehr Liebe bedeuten auch mehr Glück und mehr Zärtlichkeit. Wichtig sind dabei Kommunikation und Ehrlichkeit“.

Die Anzeigen auf Facebook gehören zu einer Aufklärungskampagne, die bereits im vergangenen September gestartet wurde: im Laufe des ganzen Jahres, so der Figaro, verbreite Planning familial Bildmaterialien und Slogans, die von einer „Gruppe Jugendlicher“ mit Zustimmung der Landeszentrale der Organisation ausgearbeitet werden. Diese Materialien seien also von Jugendlichen für Jugendliche entworfen worden.

Scharfe Kritik

Die Kommentare und Reaktionen der Internetnutzer seien dem Figaro zufolge mehrheitlich jedoch negativ: „Es sind fast ausnahmslos Frauen, die dem Administrator der Facebook-Seite antworten: ‚Dieselben Steuergelder, die dazu dienen, diese Propaganda für die Zerstörung der Familie zu bezahlen, sind jene, die dazu dienen werden, die Renten für Mütter ohne Ehemänner, für Kinder ohne Väter und für die Psychiater der Kinder zu bezahlen, die von solchen wahnsinnigen Denkweisen verrückt gemacht werden‘“. 

Gegenüber dem Figaro äußert sich eine weitere Frau über diese Kampagne: „Die Vorstellung, mehrere Liebhaber zugleich zu haben, ist eine Vorstellung von Erwachsenen, die die Kinder nicht verstehen“. Diese Kampagne von Planning familial sei „völlig schräg“. Und der Abgeordnete der Partei „La République en Marche“ François Jolivet stellt fest: „Das ist zu 100 % Ideologie“. Er erinnert darüber hinaus daran, dass die Verwendung der Gendersprache (gegen die er gerade eine Gesetzesvorlage eingebracht hat) durch Planning familial bereits überholt sei.  DT/ks

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier.